Der Stand der Energiespeicherung in ERCOT: Vier zentrale Erkenntnisse
Der Stand der Energiespeicherung in ERCOT: Vier zentrale Erkenntnisse
Der Batteriemarkt in Texas tritt in eine neue Phase ein.
Der Ausbau der Kapazitäten erreichte im letzten Quartal Rekordwerte, doch die bislang niedrigen Einnahmen im Jahr 2025 stellen bestehende Investoren vor Herausforderungen.
Hinzu kommt, dass das aktuelle Gesetzespaket der Regierung, der „One Big Beautiful Bill Act“ (OBBBA), die Zukunft von Investitionen in saubere Energien auf den Prüfstand stellt.
Gleichzeitig eröffnen die Einführung des neuen Real-Time Co-Optimization Marktdesigns von ERCOT sowie der Trend zu Speichern mit längerer Dauer neue Chancen für Marktteilnehmer.
In unserem Livestream „Der Stand der Energiespeicherung in ERCOT“ analysieren Brandt Vermillion und Ovais Kashif vier zentrale Trends auf dem texanischen Markt. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie diese Faktoren Investitionen in Batteriespeicher aktuell beeinflussen.
Eine Aufzeichnung unseres ERCOT-Livestreams für Q3 2025 finden Sie unten. Die vollständige Präsentation können Sie am Ende des Artikels herunterladen.
1. Batteriespeicher mit längerer Dauer kommen nach ERCOT
Texas verzeichnete im dritten Quartal 2025 einen Rekordzubau von 2 GW Batteriekapazität – 90 % davon an Zwei-Stunden-Standorten.
Dies ist Teil eines wachsenden Trends zu Speichern mit längerer Dauer in ERCOT, wobei bereits 2026 die ersten Vier-Stunden-Systeme in den kommerziellen Betrieb gehen sollen.
Langfristige Prognosen zeigen, dass Zwei- und Vier-Stunden-Batterien das Potenzial haben, die Hürdenrenditen für Investoren zu übertreffen und laut Modo Energys „Central“-Prognose für ERCOT IRRs von über 12 % zu erzielen.
Mehr darüber, wie sinkende CapEx-Kosten und langanhaltende Preisspitzen am Abend den Weg für Speicher mit längerer Dauer ebnen, erfahren Sie in Modo Energys Investment-Analyse zu Vier-Stunden-Batterien in ERCOT.
2. Niedrige Einnahmen führen zu mehr Abnahmeverträgen
Die Batterieerlöse lagen bis Ende September 2025 bei 24,5 $/kW – das ist nur die Hälfte des Vorjahreswertes zum gleichen Zeitpunkt.
Ohne größere Wetterereignisse und mit geringer Preisvolatilität im Sommer hatten Batterien deutlich weniger Möglichkeiten, Einnahmen zu generieren als in den Vorjahren.
Diese jährlichen Schwankungen bei den Einnahmen haben dazu geführt, dass neue und kleinere Marktteilnehmer zunehmend auf Tolling-Agreements und andere Abnahmeverträge mit Dritten setzen.
Im September 2025 wurden bereits 25 % der operativen Batteriekapazität in ERCOT von Dritten optimiert – zu Jahresbeginn waren es noch 16 %. Davon entfallen 320 MW (2,5 %) auf öffentlich bekannt gegebene Tolling-Agreements.
3. ERCOT startet RTC+B im Dezember und eröffnet neue Erlöschancen
Im Dezember beginnt ERCOT mit der Echtzeit-Beschaffung von Systemdienstleistungen, wenn das neue Marktdesign „Real-Time Co-Optimization plus Batteries“ (RTC+B) live geht.
Dies ist die größte Marktdesign-Änderung bei ERCOT seit der Einführung der nodalen Preisbildung vor 15 Jahren.
Für Batteriespeicher ergeben sich zwei wichtige Erkenntnisse:
- Neue Anforderungen an den Ladezustand schränken das Stapeln von Systemdienstleistungen ein. Betreiber haben weniger Flexibilität bei der Auswahl der zu erbringenden Dienstleistungen.
- Die Clearingpreise für Systemdienstleistungen spiegeln Echtzeit-Beschränkungen wider. Die besten Optimierer werden in Echtzeit zwischen Systemdienstleistungen und Energiearbitrage priorisieren.
Das folgende Beispiel zeigt, wie eine AS-Strategie für Batterien heute aussehen kann – und wie sie sich unter RTC+B verändert.
Lesen Sie unsere vollständige Analyse, um zu erfahren, wie Batteriespeicher im RTC+B-Markt für Systemdienstleistungen Chancen nutzen können. Eine Übersicht zu den wichtigsten Änderungen finden Sie in unserem RTC+B-Leitfaden.
4. Der OBBBA zwingt Batterien zum Umdenken bei chinesischen Zulieferern
Das aktuelle US-Gesetzespaket „One Big Beautiful Bill Act“ (OBBBA) sorgt für Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft von Investitionen in saubere Energien. Im Vergleich zu Wind- und Solarenergie sind Batterien jedoch weniger stark betroffen.
Für Batteriespeicher besteht die größte Auswirkung des OBBBA in einer Einschränkung der Beschaffung bei ausländischen Zulieferern.
Um für Investitionssteuergutschriften infrage zu kommen, müssen weniger als 75 % der Projektkosten auf Zulieferer aus verbotenen Ländern (vor allem China) entfallen.
Alternative Lieferketten sind jedoch teurer. Die Frage ist also: Wann lohnt sich der Wechsel, um die Steuervorteile zu behalten?
Antworten finden Sie in unserer umfassenden Analyse zum OBBBA und dessen Auswirkungen auf Batterieprojekte.





