Wird SPP die Spitzenlast bis 2035 auf 110 GW verdoppeln?
Die aktuelle Spitzenlast von SPP liegt bei 56 GW – ein Rekordwert, der im August 2023 erreicht wurde. Heute plant SPP für eine Zukunft, in der diese Spitze bis 2035 auf 110 GW ansteigen könnte.
Große Lastanträge lassen die Prognosen der Energieversorger steigen. Das tatsächliche Lastwachstum wird jedoch voraussichtlich geringer ausfallen als von den Systembetreibern erwartet.
In diesem Artikel analysieren wir die aktuelle Sichtweise von SPP auf das Lastwachstum sowie die damit verbundenen Unsicherheiten. Außerdem zeigen wir neue Chancen auf, bei denen Projektentwickler die steigende Kundennachfrage unterstützen können.
Wie hoch prognostiziert SPP das Lastwachstum?
Die neueste Prognose von SPP zeigt, dass die Spitzenlast bis 2035 auf 110 GW steigen könnte – fast doppelt so hoch wie der historische Höchststand von 56 GW.
SPP erstellt seine Spitzenlastprognose auf Basis von Einreichungen der Load Responsible Entities (LRE). Jeder Versorger liefert eine 10-Jahres-Prognose für die Spitzenlast, die sowohl bestätigte „feste“ Lasten als auch spekulative „Spot“-Lasten enthält.
Was sind „feste“ und „Spot“-Lasten?
Feste Lasten sind Lasten, für die formelle Anschlussvereinbarungen mit dem lokalen Übertragungsnetzbetreiber abgeschlossen wurden. Sie sind in den Basiszuverlässigkeitsmodellen (BR) enthalten und gelten als verbindliche Nachfrage, die SPP bedienen muss. Diese erscheinen in allen Zukunftsszenarien.
Spot-Lasten sind große Lastanfragen, die über Stakeholder-Umfragen eingereicht wurden, bei denen der Anschlussprozess aber noch nicht abgeschlossen ist. Sie wurden durch eine freiwillige Umfrage während der ITP-Scoping-Phase bei den Netzbetreibern gesammelt. Im 2025er ITP tauchen Spot-Lasten in Zukunft 2 als Resilienzbedingung auf; im 2026er ITP werden sie in beide Zukünfte integriert.
Diese Einreichungen fließen in zwei Planungsszenarien ein.
- Zukunft 1: Der Referenzfall. Bestehende Vereinbarungen plus geplante Erzeugung. Verwendet die eingereichte Basisprognose.
- Zukunft 2: Neue Technologien. Legt Spot-Lasten und eine höhere EV-Adoption auf die Basis von Zukunft 1 oben drauf.
Die Gesamtprognose hängt davon ab, welches Szenario zugrunde gelegt wird. Im aktuellen 2025 Integrated Transmission Plan (ITP) erreicht die Basis-Spitzenlast im Jahr 2034 70 GW. Zukunft 2 erhöht denselben Zeithorizont auf etwa 83 GW.
Vorschauen für das 2026er ITP gehen noch weiter: Zukunft 1 erreicht bis 2035 91 GW, und Zukunft 2 kommt auf 110 GW.
Noch vor drei Jahren lag das Wachstum im 2023er ITP jährlich zwischen 0,5 % und 2 %. Seitdem haben große Lastanfragen die Prognosen deutlich nach oben getrieben. Das aktuelle 2025er ITP Zukunft 2 impliziert ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 5 %.
Was treibt das Lastwachstum an?
Spot-Lasten sind die Hauptquelle für das zusätzliche Wachstum. Beim Scoping-Prozess für das 2025er ITP wurden rund 11 GW an neuen großen Lasten eingereicht. Im 2026er ITP ist dieser Wert auf 30 GW gestiegen.

