Europäischer BESS-Finanzierungsbericht: Rückblick auf 2025
Der europäische Markt für BESS-Finanzierungen ist 2025 schneller gewachsen als je zuvor. Modo Energy verfolgte über 80 Finanzierungsabschlüsse in 13 Ländern – mehr als das Dreifache der 25 Deals im Jahr 2024. Offen gelegte Fremdfinanzierungen stiegen von 1,4 Mrd. EUR auf 6,1 Mrd. EUR. Die Kreditgeberbasis wurde breiter, Tolling-Vereinbarungen verbreiteten sich und institutionelle Investoren unterstützten BESS-Pipelines im Multi-Gigawatt-Bereich.
Dies ist die erste Ausgabe des europäischen BESS-Finanzierungsberichts von Modo Energy und bietet eine nicht abschließende Übersicht der im Jahr 2025 erfassten Deals. Künftige Ausgaben werden vierteljährlich aktualisiert.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Anzahl der Deals stieg von 25 auf 82 im Jahr 2025 – mehr als eine Verdreifachung. Offen gelegte Fremdfinanzierungen stiegen von 1,4 Mrd. EUR auf 6,1 Mrd. EUR, getrieben durch höhere Volumina und größere Einzeltransaktionen.
- Unabhängige BESS machten 88 % aller Deals aus, gegenüber 63 % im Jahr 2024. Kombinierte Solar-plus-Speicher-Projekte stellten den Rest.
- Deutschland führte mit 25 Transaktionen. Italien wurde mit 12 Deals zum drittaktivsten Markt Europas. Das Vereinigte Königreich schloss mit Thorpe Marsh das bislang größte europäische BESS-Projektfinanzierungsgeschäft über 1,4 GW ab.
- Unabhängige Tolling-Vereinbarungen stiegen von 3 auf 15. Weitere 4 Projektfinanzierungen bezogen Tolling-Gegenparteien ein, insgesamt also 19 Deals mit Tolling-Struktur.
- Merchant-Exposure machte 44 % der Deals, aber nur 35 % der BESS-Kapazität mit offen gelegten Einnahmen aus. Jeder Hauptmarkt setzte auf einen anderen Vertragstyp: Revenue-Floor-Vereinbarungen im Vereinigten Königreich, Tolling in Deutschland und PPAs/CfDs in Spanien und Italien.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie die Autorin – cosima@modoenergy.com.
Europäische BESS-Dealzahlen haben sich 2025 verdreifacht
Die 82 Deals hatten einen insgesamt offen gelegten Wert von 8,6 Mrd. EUR. Die Aktivität beschleunigte sich im Jahresverlauf: Über zwei Drittel der Deals wurden im zweiten Halbjahr abgeschlossen. Das vierte Quartal allein machte mit 35 Transaktionen über 45 % des Jahresvolumens aus, da Kreditgeber BESS-Risiken besser einschätzten und Entwicklungspipelines bis zum Financial Close gereift sind.
Welche Dealtypen dominierten?
Projektfinanzierungen machten 50 % der Deals aus, während Übernahmen 26 % beitrugen.
Das Wachstum der Übernahmen parallel zu den Projektfinanzierungen deutet auf einen reifenden Sekundärmarkt hin. Entwickler bauen und verkaufen dann operative Assets an langfristige Eigentümer.
Auch auf Plattformebene wurden mehr Eigenkapitalmittel mobilisiert. Partners Group stellte 400 Mio. EUR für Green Flexibility bereit. Harmony Energy sammelte 354 Mio. EUR ein. APG unterstützte Return Energy mit 300 Mio. EUR. Diese Zusagen kamen von Pensionsfonds, die Zugang zu Multi-Gigawatt-Pipelines suchten, statt zu Einzelprojekten. Das eingeworbene Eigenkapital wird in den nächsten 12 bis 24 Monaten in weitere Projektfinanzierungen umgewandelt.
Tolling-Vereinbarungen nahmen stark zu. Unabhängige Tolling-Deals stiegen von 3 im Jahr 2024 auf 15 im Jahr 2025, davon 6 in Deutschland. Weitere 4 Projektfinanzierungen bezogen Tolling-Gegenparteien ein. Insgesamt gab es 19 Transaktionen mit Tolling-Struktur – der am schnellsten wachsende Erlösmechanismus im europäischen BESS-Markt.
Welche Kreditgeber waren am aktivsten?
NordLB und Santander waren jeweils an neun der dokumentierten europäischen BESS-Transaktionen beteiligt. NatWest, ABN AMRO und Rabobank wirkten jeweils bei fünf Deals mit.





