Livestream: Zentrale Erkenntnisse – Das Investitionspotenzial für Batteriespeicher (BESS) in Spanien
Livestream: Zentrale Erkenntnisse – Das Investitionspotenzial für Batteriespeicher (BESS) in Spanien
Seit dem Livestream im Oktober 2025 hat sich Spaniens Energiemarkt deutlich weiterentwickelt. In manchen Bereichen ist wenig passiert: Die Solar-Capture-Raten sind weiterhin gesunken, und CCGTs sowie Wasserkraftwerke bleiben wichtige Akteure in Spanien. Inzwischen sind jedoch über 650 MW Batteriespeicher (BESS) in das System integriert worden, und es entstehen neue Einnahmequellen wie etwa ein Kapazitätsmarkt.
Im Livestream „Das Investitionspotenzial für BESS in Spanien“ führen Pablo Martínez und Paulo Brito durch die neuesten Entwicklungen und zeigen auf, wie diese die Investitionsentscheidungen beeinflussen könnten.
Spanien bleibt einer der günstigsten Großhandelsmärkte Europas
Der Day-Ahead-Preis in Spanien lag seit Q3 2023 bei durchschnittlich 65,4 €/MWh. Das sind etwa 25 % weniger als in Deutschland und 40 % weniger als in Polen und Italien. Die zentrale Prognose von Modo für Juli 2026 sieht vor, dass dieser Abstand bestehen bleibt. Spanien wird in den kommenden drei Jahren durchschnittlich 62,3 €/MWh erreichen, während die Preise auch in Deutschland, Großbritannien und Polen sinken.
Eine Ausnahme bildet Italien. Die durchschnittlichen Prognosepreise steigen dort von realisierten 115 €/MWh auf 119 €/MWh, womit sich der Abstand zu Spanien auf fast 60 €/MWh vergrößert. Die günstigen Strompreise in Spanien sind vor allem auf eines zurückzuführen: ein Überangebot an Solarenergie während der Tagesstunden.
Häufig, aber flach: Spanien führt 2026 bei negativen Stunden, aber tiefe Negativpreise sind selten
In Spanien gab es im Jahr bis zum 22. Juli 2026 fast 700 Stunden mit negativen Day-Ahead-Preisen – mehr als in jedem anderen europäischen Markt und fast doppelt so viele wie in Deutschland mit 348 Stunden. Auf den ersten Blick wirkt Spanien damit wie der volatilste Markt Europas.
Die Tiefe der Preise zeigt jedoch ein anderes Bild: Der niedrigste Stundenpreis in Spanien lag im gleichen Zeitraum bei -9,8 €/MWh. In Deutschland wurden -499 €/MWh erreicht, in Polen -469 €/MWh.
Deutsche Solaranlagen sind durch Subventionen weitgehend vor negativen Day-Ahead-Preisen geschützt und können daher weit unter null bieten. Spanische Erneuerbare verkaufen überwiegend zu Marktpreisen. Negativ zu bieten bedeutet, für die Erzeugung zu zahlen – daher stoppen sie bei null oder knapp darunter.
Das Juli-Update verbessert die Solar-Modellierung und steigert die Capture-Rate
Der realisierte Solar-Capture-Preis in Spanien sank von 43 €/MWh im Jahr 2024 auf bisher 28 €/MWh in 2026. Der Ausbau der Solarenergie übersteigt weiter das Lastwachstum, und aufeinanderfolgende regenreiche Frühjahre haben die Preise im zweiten Quartal zusätzlich gedrückt. Die Prognose von Modo aus dem April erwartete nur 18 €/MWh für 2026 – deutlich weniger als tatsächlich erreicht wurde.
Mit dem Juli-Update 2026 schließt sich diese Lücke. Die Bietstrategie für spanische Solaranlagen wird nun als überwiegend Tracker-basiert statt mit festen Neigungswinkeln modelliert, wodurch die Prognose für 2026 auf 29,5 €/MWh steigt – im Einklang mit den realen Daten. Für 2028 und 2029 sinken die Capture-Preise auf 22 €/MWh und stabilisieren sich ab 2030 im mittleren 20er-Bereich.
Neue Einnahmequellen in naher Zukunft: Der Kapazitätsmarkt kommt endlich
Am 29. Mai 2026 hat die Europäische Kommission den lang erwarteten spanischen Kapazitätsmarkt genehmigt. Dieser neue Markt, der je nach Start der ersten Hauptauktion 2026 oder 2027 bis 2030-2031 voll funktionsfähig sein soll, wird eine zusätzliche Einnahmequelle für BESS in Spanien schaffen.
Die endgültigen Details stehen noch aus. Dennoch schätzt Modo Energy, dass die De-Rating-Faktoren für BESS in Spanien komfortabel zwischen denen von Italien und Belgien liegen werden. Investoren können somit mit Kapazitätserlösen rechnen, die mit anderen europäischen Märkten vergleichbar sind, in denen solche Auktionen bereits stattfinden.
Langfristige Batterieerlöse bleiben im neuesten Modell stabil, kurzfristige Erlöse sinken jedoch
Das Juli-Update von Modo Energy reduziert die kurzfristigen Umsatzprognosen für eigenständige BESS in Spanien. Bis 2028 sinken die Gesamterlöse auf 152.000 €/MW/Jahr – ein Rückgang um 31 % gegenüber den 219.000 €/MW/Jahr aus dem April. Zwei Faktoren erklären diesen Rückgang: geringere Day-Ahead-Erlöse und niedrigere Erlöse aus der automatischen Frequenzwiederherstellungsreserve (aFRR).
Auf der Day-Ahead-Seite erwartet die neue Prognose engere Spreads als im April, was die Arbitrageerlöse verringert. Auf der aFRR-Seite sinken die Kapazitätspreise, da erneuerbare Portfolios und nun auch Batterien um denselben Service konkurrieren. Diese Kannibalisierung haben wir 2025 und 2026 verstärkt beobachtet – die aktualisierte Methodik bildet das nun besser ab.
Die Livestream-Folien sind unten abrufbar:





