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Deutschlands Fundamentaldaten-Risiko: Wie ein Überangebot an Batteriespeichern (BESS) die Erlöse kannibalisieren könnte

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Deutschlands Fundamentaldaten-Risiko: Wie ein Überangebot an Batteriespeichern (BESS) die Erlöse kannibalisieren könnte

​Eine aktuelle Umfrage des BDEW zeigt, dass deutsche Netzbetreiber bereits 78 GW an großskaligen Batteriespeichern genehmigt haben. Zum Vergleich: Derzeit sind rund 2,5 GW installiert und die zentrale Prognose von Modo Energy geht bis 2030 von 14,3 GW aus.

Doppelte Anträge, Verzögerungen bei Genehmigungen und Finanzierungsengpässe machen es unwahrscheinlich, dass die gesamte Pipeline realisiert wird. Dennoch lässt das Ausmaß der zugesagten Kapazität eine Vielzahl plausibler Ausbaupfade zu – darunter auch Phasen, in denen der Ausbau dem Marktbedarf vorausläuft.

In diesem Fall konkurrieren zusätzliche Speicher um die gleichen Erlösmöglichkeiten, was Spreads und Händlererlöse schmälert. Eine Variation des Kapazitätswachstums um ±50 % verdeutlicht das Risiko: Ein Überangebot senkt die durchschnittlichen Day-Ahead-Erlöse bis 2030 um 17 %, während ein Unterangebot sie um 11 % erhöht.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Erlösrisiken und Sensitivität gegenüber Fundamentaldaten:

Versunkene Kosten und politische Fristen erhöhen das Überangebotsrisiko

Die Sicherung eines Netzanschlusses verändert die Anreize. Sobald Projekte weit fortgeschritten sind, bedeutet ein Rückzug den Verlust bereits investierter Zeit und Kapital, während klare Anzeichen für ein Überangebot meist erst nach Inbetriebnahme neuer Kapazitäten und deren Auswirkungen auf die Preise sichtbar werden.

Die Ausgestaltung der Politik verstärkt diese Dynamik. Batterien, die vor August 2029 in Betrieb genommen werden, erhalten eine 20-jährige Netzentgeltbefreiung – ein Anreiz für Entwickler, Projekte vor Ablauf der Frist zu realisieren, selbst wenn die Marktgrundlagen einen langsameren Ausbau nahelegen würden.

Um dieses Risiko zu quantifizieren, testen wir alternative BESS-Ausbaupfade rund um die zentrale Prognose von Modo Energy. Das Kapazitätswachstum wird um ±50 % variiert, um Über- und Unterangebots-Szenarien sowie einen 78-GW-Stresstest zu simulieren.

Obwohl die Szenarien prozentual symmetrisch sind, unterscheiden sich die absoluten Veränderungen der installierten Kapazität zwischen Über- und Unterangebot, was die Auswirkungen entsprechend prägt.

Mehr Ausbau bedeutet geringere Händlererlöse

Ein höherer Speicherausbau führt direkt zu niedrigeren Händlererlösen. In den Überangebots-Szenarien liegen die durchschnittlichen Day-Ahead-Erlöse im gesamten Prognosezeitraum unter dem Zentralfall, während ein Unterangebot die Erlöse steigen lässt.

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