Hybride Erlösstrukturen für BESS: Teil-Tolls, Mindesterlöse und DA-Swaps
Hybride Erlösstrukturen für BESS: Teil-Tolls, Mindesterlöse und DA-Swaps
Physisch, virtuell, finanziell – Teil-Tolls, Mindesterlöse, DA-Swaps. Welche Struktur passt zu welchem Anlagenbetreiber, zu welchem Abnehmer und wie viel Potenzial sollten Sie dafür aufgeben?
Nach der zentralen Prognose von Modo Energy erzielt eine Zweistunden-Batterie in Deutschland im Jahr 2029 einen Ertrag von 115.000–130.000 €/MW/Jahr. Im Niedrigszenario erwirtschaftet die gleiche Anlage 70.000–80.000 €/MW/Jahr. Eine zu hoch fremdfinanzierte Merchant-Batterie kann bei diesem Niveau möglicherweise ihre Schulden nicht bedienen. Die Fixierung der Erlöse mindert das Risiko, aber ein vollständiges Toll gibt sämtliche Merchant-Chancen ab.
Es haben sich verschiedene hybride Strukturen entwickelt, die zwischen diesen Extremen angesiedelt sind. Der Wandel von physischen zu virtuellen und finanziellen Abrechnungsmodellen hat den Kreis der Abnehmer erweitert – darunter Energiehändler, Industrieunternehmen und Finanzinvestoren, die unter einer physischen Struktur nicht teilnehmen konnten.
Jede hybride Struktur fixiert einen anderen Anteil des Erlös-Stacks.
Diese Analyse behandelt:
- Wie sich physische, virtuelle und finanzielle Strukturen unterscheiden.
- Welche Struktur am besten zu welchem Betreiber- und Abnehmerprofil passt.
- Wie Teil-Tolls, Mindesterlöse und Day-Ahead (DA) Swaps das Merchant-Risiko jeweils verteilen.
Für wen die BESS-Tolls schlagen: Physische, virtuelle und finanzielle Strukturen
Der wesentliche Unterschied zwischen Tolling-Strukturen ist, wer die Kontrolle über die Anlage übernimmt – der Eigentümer oder der Abnehmer.
Physisches Toll: Der Abnehmer ist rechtlich für die Einsatzplanung und Bilanzkreisführung der Anlage (BRP) verantwortlich. Dafür ist eine BRP-Lizenz und aktive Energiehandels-Infrastruktur erforderlich, was in der Regel großen Versorgern vorbehalten ist. Physische Tolls erzielen die höchsten Fixzahlungen, da der Abnehmer die Batterie nutzen kann, um Prognosefehler im eigenen Erneuerbaren-Portfolio auszugleichen und so strenge Ausgleichsenergiekosten vermeidet.
Virtuelles Toll: Der Eigentümer bleibt BRP und behält die Steuerung. Der Abnehmer übermittelt Nominierungspläne, die finanziell gegen den Markt abgerechnet werden, erhält seinen vertraglichen Anteil, ohne die Anlage physisch zu steuern. Der Eigentümer kann die Anlage flexibel rund um diese Nominierungen optimieren und so Intraday- und Systemdienstleistungs-Chancen nutzen, die der Abnehmer eventuell nicht priorisiert.
Finanzielles Toll: Entfernt jegliche operative Beteiligung. Der Abnehmer nimmt eine Position auf die Erlöse der Anlage ein. Die Steuerung verbleibt vollständig beim Eigentümer. Jeder kreditwürdige Vertragspartner kann teilnehmen – auch Unternehmen, die Erlösexposure suchen, aber keine Handelsinfrastruktur haben.
Virtuelle und finanzielle Strukturen haben den Kreis potenzieller Vertragspartner erweitert und neue hybride Strukturen zur Verteilung des Merchant-Risikos ermöglicht.
Mechanismen hybrider Strukturen
Teil-Toll: Beibehaltung der Anlagenkontrolle bei teilweisem Erlösfixum
Der Abnehmer zahlt einen festen Betrag für einen Anteil der MW-Kapazität und erhält die Erlöse, die dieser Anteil erwirtschaftet. Die restlichen MW bleiben Merchant.
Ein Teil-Toll eignet sich besonders für virtuelle Abrechnung – der Abnehmer reicht Nominierungspläne ein, um die Erlöse im eigenen Portfolio zu maximieren, während der Eigentümer BRP und Steuerung behält und den Optimierer die Einzelanlage bestmöglich aussteuern lässt.
Access the full depth of our energy market research - complete articles, expert analysis, and market reports trusted by industry professionals.
Already a subscriber?
Log in





