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Drei Erkenntnisse von Italiens KEY Energy Transition Expo

Drei Erkenntnisse von Italiens KEY Energy Transition Expo

Modo Energy nahm an der KEY Energy Transition Expo in Rimini (4.–6. März) teil. Entwickler, Investoren und Abnehmer wiesen alle auf dasselbe Hindernis hin: Regulatorische Unsicherheit ist das Haupthemmnis für Investitionen in italienische Batteriespeicher (BESS). Drei Themen standen im Mittelpunkt:

  1. Das Decreto Bollette und seine Auswirkungen auf Großhandelspreis-Spreads
  2. Die wachsende Zahl gestrandeter MACSE-Anlagen auf der Suche nach Tolling-Vereinbarungen
  3. Die Zukunft der MACSE-Ausschreibungen, bei denen steigende Investitionskosten die Gebote, aber nicht die Renditen erhöhen könnten

1. Decreto Bollette droht Spreads zu verringern

Das Decreto Bollette ist am 21. Februar 2026 als Gesetzesdekret in Kraft getreten. Das italienische Parlament hat 60 Tage Zeit, es in dauerhaftes Recht umzuwandeln.

Die wichtigste Maßnahme erstattet gasbefeuerten Kraftwerken die EU-ETS-Kohlenstoffkosten. Diese Komponente bedarf der Genehmigung durch die Europäische Kommission gemäß den Beihilfevorschriften und würde frühestens am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Bei BESS-Akteuren sorgt die Unsicherheit über die Umsetzung und deren Folgen für viel Gesprächsstoff.

Bei aktuellen ETS-Preisen von 70 EUR/Tonne machen die CO₂-Kosten je nach Wirkungsgrad 20 bis 30 % des Spotmarktgebots eines Gaskraftwerks aus. Wird dieser Kostenanteil aus dem Gebot entfernt, sinken die Spitzenpreise stärker als die Nebenzeiten – die tägliche Preisdifferenz, auf die Batterien angewiesen sind, wird kleiner.

Spitzenpreise werden meist von weniger effizienten Gaskraftwerken bestimmt, die pro MWh höhere ETS-Kosten verursachen. Außerhalb der Spitzenzeiten setzen häufiger Erneuerbare oder effiziente GuD-Kraftwerke die Preise, bei denen der ETS-Anteil geringer oder null ist.

Der Effekt ist im Sommer stärker, wenn Solarenergie oft die Mittagsstunden ohne ETS-Kosten bestimmt und nur die Spitzenstunden betroffen sind. Im Winter verteilt sich die Kompression gleichmäßiger, bleibt aber auf Spitzenzeiten fokussiert.

Die Kommission wird den Mechanismus eher anpassen als vollständig zurücknehmen. Schon die Unsicherheit bremst jedoch Investitionen, bis eine Entscheidung gefallen ist.


2. Gestrandete MACSE-Anlagen suchen Tolls, aber das Angebot ist begrenzt

Mehrere Entwickler auf der KEY halten nun BESS-Anlagen, die keinen MACSE-Vertrag erhalten haben, und suchen nach alternativen Vermarktungswegen. Die meisten zielen auf Tolling-Vereinbarungen ab, doch insbesondere im Süden, wo diese Anlagen stehen, übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich.

Im Norden werden trotz engerer Spreads Tolling-Verträge abgeschlossen. Im Süden, wo die Spreads auf dem Papier größer erscheinen, sind nur wenige bereit, sich zu binden. Das Risiko, dass große Mengen an MACSE-Kapazität gleichzeitig in denselben Zonen ans Netz gehen, überwiegt den aktuellen Marktvorteil.

Einige Entwickler strukturieren hybride Deals mit teilweisem Merchant-Exposure, um die Renditen über das reine Tolling-Niveau zu heben. In einem gesättigten Markt achten Abnehmer verstärkt auf die Erfolgsbilanz.

Entwickler, die bereits während der Projektentwicklung eine alternative Abnahme eingeplant und ihre Anlagen nicht ausschließlich auf MACSE optimiert haben, sind besser aufgestellt, um flexibel zu reagieren. Allerdings kann diese Flexibilität es erschweren, in der Auktion selbst wettbewerbsfähig zu sein.

3. MACSE bleibt wettbewerbsfähig – trotz steigender Investitionskosten

Die Preise für Lithiumkarbonat haben sich seit ihrem Tief 2023 teilweise erholt, was zu höheren Investitionskosten für BESS führt. Dadurch steigt der Preis, den Entwickler in MACSE-Auktionen bieten müssen.

Steigende Inputkosten führen jedoch nicht zu höheren Renditen. Die Wettbewerbssituation bei MACSE sorgt dafür, dass höhere Investitionskosten lediglich den Mindestpreis anheben, während die Margen weiter schrumpfen. Entwickler bieten, was sie müssen – nicht, was sie wollen.

Für Investoren, die italienische BESS beurteilen, zeigt sich: MACSE bietet Ertragssicherheit, aber keine überdurchschnittlichen Renditen. Die eigentliche Frage ist, ob Merchant- oder Tolling-Alternativen bessere Möglichkeiten bieten – und die Gespräche auf der KEY zeigen, dass dies keineswegs eindeutig ist.

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