11 December 2025

Italiens FER-X-Auktion: Starker Wettbewerb bei Solar, begrenztes Windangebot

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Italiens FER-X-Auktion: Starker Wettbewerb bei Solar, begrenztes Windangebot

​Italiens erste FER-X-Auktion vergab langfristige Festvergütungsverträge an rund 8,6 GW erneuerbare Energien, fast ausschließlich Solarenergie.

FER-X ist Italiens neues Förderprogramm für erneuerbare Energien, umgesetzt von der GSE (dem staatlichen Energiedienstleister Italiens). Projekte, die im Rahmen von FER-X bezuschlagt werden, erhalten einen 20-jährigen zweiseitigen Differenzvertrag. Die Runde bestand aus separaten Auktionen für Onshore-Wind und Solar-PV, jeweils mit eigener Mengengrenze und Gebotsstruktur.

Die Solarauktion war stark überzeichnet, ähnlich wie bei Italiens jüngster MACSE-Auktion: Entwickler priorisieren feste, bankfähige Einnahmen. Beim Wind war das Volumen deutlich geringer, was die höheren Kosten und die Abhängigkeit von Repowering widerspiegelt.

​FER-X-Preise spiegelten den Wettbewerb wider

Solar wurde im Durchschnitt zu 56,83 €/MWh bezuschlagt, wobei 7,7 GW von 8 GW verfügbarer Kapazität vergeben wurden. Beim Wind wurden lediglich 0,94 GW von möglichen 2,5 GW zu einem höheren Durchschnittspreis von 72,85 €/MWh vergeben.

Die Gebotsstruktur zeigt warum: Bei Solar gab es rund 9 GW förderfähige Projekte für 8 GW Zuteilung.

Abgesehen von einem kleinen Bereich extrem niedriger Gebote lag der Großteil des bezuschlagten Volumens eng beieinander; Entwickler boten aggressiv, um Kapazitäten zu sichern.

Beim Wind sieht es anders aus: Nur 1,6 GW wurden für ein 2,5-GW-Fenster geboten, der Wettbewerbsdruck war schwächer und die Zuschlagspreise entsprechend höher; selbst die aggressivsten Windgebote lagen über 65 €/MWh.

Letztlich spiegelten die Zuschlagspreise den Wettbewerb wider: Die rege Solar-Beteiligung drückte die Gebote, während die geringere Wind-Pipeline weniger Preisdruck erzeugte.

Südländische Konzentration treibt Preisspreizungen

Solar wurde landesweit verteilt, wobei die Zonen Sud und Sizilien das meiste Volumen erhielten. Die bezuschlagte Windkapazität war noch stärker konzentriert und wurde fast ausschließlich im Süden vergeben.

Diese Regionen sind kleinere Strommärkte, daher hat der Zubau erneuerbarer Energien dort einen überproportionalen Einfluss auf die lokale Preisbildung. In Sizilien entspricht das bezuschlagte Solarvolumen etwa einem Viertel der heutigen installierten Erzeugungskapazität – ein Ausmaß, das das tägliche Preisprofil spürbar beeinflusst.

Für Speicher ergeben sich daraus Chancen, denn eine höhere Erneuerbaren-Penetration vergrößert die Preisspreizungen. Süd- und Inselzonen weisen bereits Italiens größte Day-Ahead-Spreizungen auf; FER-X verstärkt diesen Trend und unterstreicht den Bedarf an Flexibilität.

Projektgröße beeinflusste den Wettbewerb

Solar- und Windauktionen zogen grundlegend unterschiedliche Projektprofile an. Etwa drei Viertel der Solarprojekte lagen unter 10 MW, darüber hinaus nahm die Verteilung stark ab. Windprojekte konzentrierten sich auf 20–30 MW, was den höheren Skalenerfordernissen für Windenergie entspricht.

Die kleineren Solarprojektgrößen verteilten die bezuschlagte Kapazität auf mehr Wettbewerber, sodass kein einzelnes Projekt oder Cluster die Merit-Order beeinflussen konnte – das hielt die Gebote eng beieinander.

Wind war stärker konzentriert. Größere Projektgrößen bedeuteten eine kleinere Gruppe konkurrierender Entwickler, darunter Edison, das über ein Viertel der bezuschlagten Windkapazität erhielt. Diese Konzentration verringerte den Wettbewerbsdruck und sorgte für höhere Zuschlagspreise.

Wind setzte stärker auf Repowering, während Solar fast ausschließlich Neubau war

Die Solar-Zuschläge entfielen fast ausschließlich auf Neubauprojekte. Beim Wind war es anders: Über die Hälfte der bezuschlagten Kapazität entfiel auf das Repowering bestehender Anlagen.

Dieser Unterschied spiegelt die zugrundeliegenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider. Neubau-Solar ist günstig genug, um direkt um Verträge zu konkurrieren, während Wind weiterhin kapitalintensiver bleibt. Repowering bietet Windentwicklern einen günstigeren und risikoärmeren Weg zu gesicherter Kapazität.

Signale aus Italiens erster FER-X-Auktion

Die erste FER-X-Auktion zeigt einen Solarmarkt, der bereit ist, für langfristige Einnahmesicherheit aggressiv zu konkurrieren, und einen Windsektor, der weiterhin von Kosten, Genehmigungen und der vergleichsweise einfachen Repowering-Möglichkeit geprägt ist. Solar brachte Tiefe und engen Wettbewerb; Wind lieferte weniger Volumen und setzte stärker auf bestehende Standorte.

Für Speicher verstärkt die regionale Konzentration neuer Kapazitäten einen bestehenden Trend. Mehr Erneuerbare im Süden bedeuten stärkere Mittags-Kannibalisierung und steilere Abendanstiege – Bedingungen, die das Argument für Batteriespeicher (BESS) stärken.

Da sowohl FER-X als auch MACSE neue Anlagen in denselben Zonen bündeln, wird Flexibilität immer zentraler für die Integration der nächsten Ausbaustufe erneuerbarer Energien in Italien.