Intraday neu betrachtet II: Wie der Ausbau von BESS die deutsche Intraday-Volatilität sättigen wird
Intraday neu betrachtet II: Wie der Ausbau von BESS die deutsche Intraday-Volatilität sättigen wird
Der deutsche Intraday-Markt ist tief und liquide, aber das Potenzial für extreme Preisspitzen ist begrenzt. Teil I dieses Artikels zeigte, warum eine Sättigung im deutschen Intraday-Markt eintreten wird: Da die BESS-Kapazität schneller wächst als die der Erneuerbaren, konkurrieren Batterien miteinander, anstatt Gaskraftwerke im Schatten zu überbieten, und die Preise im kontinuierlichen Intraday zeigen weniger Preisspitzen.
Zu wissen, dass die Sättigung kommt, ist jedoch nicht dasselbe wie zu wissen, wann und in welchem Ausmaß. Das ist die entscheidende Frage für Entwickler und Investoren, die die Intraday-Erlöse bis in die 2030er Jahre und darüber hinaus modellieren.
Modo Energy modelliert die Intraday-Sättigung mit einer 15-Minuten-Auflösung. Für jedes Viertelstundenintervall im Prognosezeitraum berechnet das Modell, wie viel BESS zur Verfügung steht, um Prognosefehler auszugleichen. Mit zunehmender BESS-Kapazität im System nähern sich die Intraday-Preise zunehmend ihrem fundamental begründeten „Fair Value“ an.
Für weitere Informationen zum Thema oder Fragen zur Methodik wenden Sie sich bitte an till@modoenergy.com.
Wichtige Erkenntnisse
- Modo Energy wendet die Intraday-Sättigung auf modellierte Preise an, nicht auf den Batterie-Capture. Das Modell komprimiert die Standardabweichung der Spanne zwischen gehandeltem und Intraday-Auktionspreis von etwa 15 EUR/MWh im Jahr 2026 auf rund 8 EUR/MWh Mitte der 2030er Jahre.
- Sättigung bedeutet nicht, dass die Volatilität verschwindet oder Prognosefehler eliminiert werden. Höhere BESS-Liquidität unterstützt die Preisbildung, sodass gehandelte kontinuierliche Intraday-Preise besser ihrem fundamental begründeten „Fair Value“ entsprechen.
- Modo Energy berechnet die Sättigung im 15-Minuten-Takt und prüft, wie viel ungebundene Batteriekapazität zur Verfügung steht, um Prognosefehler auszugleichen. Das reduziert die Gesamtvolatilität, aber Preisspitzen bleiben bestehen, wenn sie durch fundamentale Treiber entstehen.
Intraday-Sättigung führt zu einer besseren Angleichung der gehandelten Intraday-Preise an fundamentale Werte
Teil I zeigte, dass BESS Intraday-Preisspitzen reduziert. Mehr Batterien bedeuten mehr Liquidität nahe der Lieferung, und Gaskraftwerke verlieren die Möglichkeit, Knappheitspreise zu setzen. Dieser Teil der Volatilität verschwindet.
Aber Intraday-Sättigung bedeutet keine vollständige Annäherung an den Day-Ahead-Preis: Prognosefehler sind ein physikalisches Merkmal des Marktes, kein Liquiditätsproblem. Wenn die Erzeugung aus Erneuerbaren die Day-Ahead-Prognose verfehlt, muss jemand die Lücke vor der Lieferung handeln. Diese Transaktion verursacht eine Preisbewegung. BESS absorbiert diese glatter als ein dünnes Orderbuch, aber das Signal bleibt bestehen: Intraday-Preise werden auch mit mehr BESS nie exakt den Day-Ahead-Preisen entsprechen.
Stattdessen hilft bessere Liquidität der Preisbildung im Intraday-Markt, sodass sich die Preise stärker an den Marktgrundlagen orientieren. Mit mehr BESS sollten sich Intraday-Preise dem fundamental begründeten „Fair Value“ annähern, ohne perfekt mit den Day-Ahead-Preisen übereinzustimmen. In unseren Modellen sinkt die Differenz zwischen gehandeltem und Fair-Value-Preis (Auktionspreis) im Laufe der Zeit, je mehr das BESS-RES-Verhältnis wächst.
Es gibt zwei verschiedene Komponenten der Intraday-Volatilität: das Handelsmoment, das sich in Preissprüngen und -drückern zeigt und durch BESS komprimiert wird, und die verbleibende Prognosefehlerkorrektur, die bestehen bleibt.
Drei Preisreihen trennen Rauschen von Fundamentaldaten
Um dies besser zu erklären, lohnt sich ein Blick in die hier angewandte Modellierungsmethodik. Modo modelliert drei unterschiedliche Preisreihen für Deutschland: Day-Ahead (DA), Intraday-Auktion (IDA) und kontinuierlicher Intraday (IDC).
Der DA-Preis spiegelt eine fundamentale Sicht wider, die gewisse Prognoseungenauigkeiten enthält, wie jede Day-Ahead-Auktion. Der IDA-Preis wird ohne diesen Prognosefehler auf Basis reiner Fundamentaldaten berechnet. Das zeigt deutlich, wie stark sich der Preis allein durch Prognosefehler bewegen sollte.
Sign up to read this article for free
Unlimited access to our free articles
Monthly access to 3 Global Research articles
Benchmarks, Forecasts, Ko and more





