26 January 2026

Wie flexible Netzanschlussvereinbarungen die Batterieerlöse in Deutschland um 20 % senken könnten

Wie flexible Netzanschlussvereinbarungen die Batterieerlöse in Deutschland um 20 % senken könnten

​Die deutschen Netzbetreiber sehen sich mit über 720 GW an ausstehenden Anfragen für den Anschluss von Batteriespeichern konfrontiert. Das entspricht dem Neunfachen der jährlichen Spitzenlast des Übertragungsnetzes.

Um diesen Rückstau zu bewältigen, werden flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCA) zum Standard. FCAs begrenzen den Netzzugang, indem sie die Leistungsflüsse deckeln, die Rampenraten verlangsamen und die Teilnahme an Systemdienstleistungen einschränken.

Ein FCA im Worst-Case-Szenario, das alle drei Einschränkungen kombiniert, reduziert den Projekt-IRR um 5 Prozentpunkte (pp) und senkt die Gesamterlöse um 20 %. Bei diesem Niveau wird jedes Projekt mit einem Basis-IRR von 10 % oder weniger unrentabel.

Der Basis-IRR liegt bei 11 %. Eine 50%ige Einschränkung bei Systemdienstleistungen hat kaum Auswirkungen, da diese Märkte sich sättigen und Batterien auf den Großhandelsmarkt ausweichen. Import-/Export-Limits und Rampenrestriktionen wirken sich stärker aus und senken den IRR um 3 bzw. 2,5 pp. Ein FCA mit allen drei Einschränkungen senkt den IRR um 5 pp auf 6 %.

​Diese Analyse verwendet repräsentative Annahmen, um die Auswirkungen von FCAs auf das Geschäftsmodell von Batteriespeichern (BESS) zu veranschaulichen. Die tatsächlichen Vereinbarungen unterscheiden sich – Abonnenten können ihre konkreten Kürzungs-, Rampen- und Systemdienstleistungs-Einschränkungen eingeben, um den Erlösverlust für ihr Projekt mit dem deutschen Prognose-Tool von Modo Energy zu berechnen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an die Autorin – cosima@modoenergy.com


Zentrale Erkenntnisse

  • Import-/Export-Limits machen über 3 pp des gesamten IRR-Verlusts von 5 pp aus und sind damit die schädlichste Einschränkung.
  • Die Einschränkungen wirken unteradditiv zusammen. Ein 15-minütiges Rampenlimit zusätzlich zu einem statischen Import-/Export-Limit reduziert den IRR weniger stark als die Summe der einzelnen Einschränkungen.
  • Eine 50%ige Einschränkung bei Systemdienstleistungen hat allein betrachtet kaum Einfluss auf die Gesamterlöse, da diese Märkte in den nächsten 2–3 Jahren ohnehin gesättigt sein dürften.

Welche drei Arten von FCA-Einschränkungen gibt es?

In FCAs treten drei Arten von Einschränkungen auf.

Ein Import-/Export-Limit begrenzt die Einspeisung oder Entnahme von Leistung. Diese Limits können statisch oder dynamisch sein und je nach Jahreszeit, Tageszeit oder Netzzustand variieren.

Ein Rampenraten-Limit beschränkt, wie schnell sich der Output ändern darf. Die Vorgaben der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) liegen bei 6–20 %/min, einige Vorschläge der Verteilnetzbetreiber (VNB) gehen bis auf 1 %/min herunter.

Eine Einschränkung bei Systemdienstleistungen limitiert die für Frequenzregelung zugelassene Kapazität, meist zwischen 10 und 90 % der installierten Leistung.

Ein VNB kann eine oder mehrere dieser Einschränkungen kombinieren. Die Auswirkungen auf die Erlöse hängen vom konkreten Design ab.

Diese Analyse testet vier Szenarien gegenüber einem Basisfall ohne Netzrestriktionen:

  1. Import-/Export-Limit: modelliert nach einem Kürzungsprofil eines süddeutschen VNB
  2. 15-minütiges Rampenraten-Limit
  3. 50%ige Einschränkung bei Systemdienstleistungen
  4. Kombiniertes FCA: alle drei Einschränkungen gleichzeitig

Gesamterlöse sinken unter vollständigen FCA-Einschränkungen um 20 %

Im Basisfall erzielt ein deutsches BESS-Projekt im Jahr 2026 Erlöse von 233.000 €/MW/Jahr. Werden alle drei Einschränkungen angewendet, sinken die Einnahmen auf 180.000 €/MW/Jahr.

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