PPE3: Frankreich legt das Gleichgewicht zwischen Kernenergie und Erneuerbaren fest
PPE3: Frankreich legt das Gleichgewicht zwischen Kernenergie und Erneuerbaren fest
Die vom Premierminister Sébastien Lecornu angekündigte PPE3 beendet drei Jahre regulatorischer Unsicherheit. Für Entwickler und Investoren bietet sie einen verlässlichen Rahmen für neue Projekte.
Die Kernenergie bleibt das Rückgrat des Systems, während die Erneuerbaren sich in einem Tempo entwickeln sollen, das mit der Netzstabilität vereinbar ist.
Wichtige Punkte:
- Die Ziele für Erneuerbare wurden nach unten korrigiert. Solar sinkt von 54 auf 48 GW, Onshore-Wind von 35 auf 31 GW bis 2030.
- Die Kernenergie strebt 400 TWh im Jahr 2030 an – 10 % mehr als heute – dank besserer Verfügbarkeit des bestehenden Kraftwerksparks.
- Der Produktionsüberschuss dürfte sich verdoppeln: von 63 TWh im Jahr 2025 auf 129 TWh im Jahr 2035.
- Der Anteil der Erneuerbaren soll sich bis 2035 verdreifachen. Die Solar-Kannibalisierung dürfte zunehmen, was Batterien zugutekommt.
Für Rückfragen zum Artikel kontaktieren Sie Timothée: timothee@modoenergy.com
Erneuerbare-Ziele nach unten angepasst, aber Ausbau bleibt bestehen
Mit der PPE3 wird erstmals ein offizieller Kurs für Erneuerbare bis 2030 festgelegt – nach drei Jahren intensiver Debatten.
Die festgelegten Ziele liegen unter denen der öffentlichen Konsultation vom März 2025: 48 GW Solar statt 54 GW und 31 GW Onshore-Wind statt 33 GW.
Diese Anpassung ist auf die stagnierende Stromnachfrage in Frankreich zurückzuführen, weshalb RTE seine Prognosen im vergangenen Dezember gesenkt hat.
Für die Solarbranche sichern diese Ziele eine Pipeline von 3,5 GW pro Jahr. Projekte in Entwicklung haben nun Planungssicherheit bis 2030. Der Zeitplan für Ausschreibungen muss noch von der Commission de Régulation de l'Énergie (CRE) bestätigt werden.
Kernenergie strebt 400 TWh durch Optimierung des bestehenden Kraftwerksparks an
Die PPE3 markiert einen Neustart für die Kernenergie – im Gegensatz zur vorherigen Planung, die die Schließung von 14 Reaktoren vorsah. Ziel: 380 bis 420 TWh Stromerzeugung im Jahr 2030, gegenüber 320 TWh in 2023. EDF strebte 400 TWh an.
Diese Ambition basiert vor allem auf der Optimierung des bestehenden Kraftwerksparks.
Um 400 TWh zu erreichen, wäre ein Verfügbarkeitsfaktor von etwa 82 % statt aktuell 75 % notwendig. Das Programm „Grand Carénage“, das die Lebensdauer der Reaktoren verlängern soll, wird hierzu beitragen.
Trotz des wachsenden Volumens dürfte der relative Anteil der Kernenergie zurückgehen – von 68 % im Jahr 2025 auf 55 % im Jahr 2035 – wegen des Ausbaus der Erneuerbaren.
Langfristig bestätigt die PPE3 den Bau von sechs EPR2-Reaktoren bis 2040 und legt damit den Grundstein für eine Erneuerung des Kraftwerksparks.
Der Produktionsüberschuss könnte sich bis 2035 verdoppeln
Die PPE3-Prognosen zeigen einen wachsenden Produktionsüberschuss.
2025 produziert Frankreich 538 TWh bei einem Bedarf von 475 TWh – ein Überschuss von 63 TWh für den Export.
2035 soll die Produktion 724 TWh erreichen, bei einem Bedarf von 595 TWh. Diese Differenz von 129 TWh dürfte zu einem Druck auf die durchschnittlichen Preise und zu mehr Stunden mit Überschuss führen, die flexibel genutzt werden müssen.
Die Erneuerbaren sollen von 78 TWh (15 % des Mix) auf 208 TWh (29 % des Mix) steigen.
Diese Prognosen hängen jedoch von der tatsächlichen Nachfrageentwicklung ab. Für 2027 ist eine Überprüfungsklausel vorgesehen, um die Ziele für 2030–2035 bei Bedarf anzupassen.
Die erwartete Entwicklung dürfte die Verschlechterung der Solar-Capture-Rate verstärken und den Flexibilitätsbedarf bestätigen
Die Verschlechterung der Solar-Capture-Rate seit 2020 war ein zentrales Thema der PPE-Debatten.
Diese Entwicklung ist auf die Kannibalisierung der Solarenergie zurückzuführen: Je mehr Leistung installiert wird, desto stärker fallen die Preise in den Mittagsstunden. 2025 gab es in Frankreich 508 Stunden mit negativen Preisen, verglichen mit 147 im Jahr 2023.
Die Bestätigung eines jährlichen Ausbaus von 3,5 GW dürfte diesen Trend verstärken und die Arbitrageerlöse für Batterien erhöhen.
Der Rahmen steht. Die CRE muss nun den Ausschreibungskalender für die kommenden Jahre konkretisieren.



