Italiens Kapazitätsmarkt: Ternas Vorschlag verschiebt das Gleichgewicht von Batterien hin zu Gas
Italiens Kapazitätsmarkt: Ternas Vorschlag verschiebt das Gleichgewicht von Batterien hin zu Gas
Terna konsultiert neue Regeln für die italienische Kapazitätsauktion mit Lieferung 2028. Der Vorschlag verschärft die De-Rating-Koeffizienten für alle Batterielaufzeiten, angetrieben durch Prognosen von 4 GW zusätzlicher Batterien in der Nord-Zone und 64 GW Solarleistung landesweit. Die Konsultation endet am 9. März 2026.
Wichtige Erkenntnisse
- Terna geht von 4 GW zusätzlicher Batteriekapazität in der Nord-Zone aus – deutlich mehr als aktuell genehmigt. Diese ambitionierte Annahme reduziert die qualifizierte Kapazität für alle Batterielaufzeiten um 20–25 %.
- Italien hat derzeit das großzügigste Batterie-De-Rating in Europa. Die vorgeschlagenen Werte würden italienische Batterien unter Belgien und näher an Großbritannien bei 4 Stunden bringen.
- Ein niedrigeres De-Rating verringert das gesamte qualifizierte Volumen des bestehenden Bestands, vergrößert die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage und stützt höhere Clearingpreise. Doch nicht teilnehmende Erneuerbare und Batterien treten gemäß Regel mit 0 €/MW-Jahr in die Angebotskurve ein, und das prognostizierte Wachstum bei Solar (64 GW, von 43,5 GW) und BESS verschiebt die Kurve nach rechts und fängt einen Großteil dieses Raums auf.
- Ein neues Mindestgebot (Art. 24.2b) zwingt bestehende Betreiber, ab der ersten Runde die volle Kapazität anzubieten, was die Auktionsstrategie zusammen mit der 4%-Preisregel (Art. 24.9) einschränkt.
Die vorgeschlagene Reform des Kapazitätsmarkts senkt die Batterie-Qualifikation über alle Laufzeiten
Italiens De-Rating-Koeffizienten bestimmen, wie viel der Nennleistung einer Batterie als gesicherte Kapazität zählt. Ein 4-Stunden-System qualifiziert sich aktuell mit 67 % der Nennleistung.
Nach dem Vorschlag sinkt dies auf 53 %, das heißt, ein 100-MW-Projekt würde 53 MW statt 67 MW kontrahieren. Kürzere Laufzeiten sind noch stärker betroffen: 1-Stunden-Batterien sinken von 24 % auf 18 % und 8-Stunden-Batterien von 90 % auf 69 %.
Die Kürzung spiegelt ein Sättigungsrisiko wider. Mit zunehmendem Batterieausbau erwartet Terna, dass Batterien bei Stressereignissen gleichzeitig entladen und dass jeder zusätzliche MW weniger zur Systemzuverlässigkeit beiträgt.
Diese Koeffizienten gelten speziell für die Auktion mit Lieferung 2028 und werden für künftige Auktionen angepasst, wenn sich der Bestand weiterentwickelt.
Italiens vorgeschlagenes De-Rating würde Batterien unter die meisten europäischen Kapazitätsmärkte drücken
Italien liegt derzeit europaweit an der Spitze beim BESS-De-Rating.
Doch der Vorschlag würde das ändern: Bei 53 % läge eine 4-Stunden-Batterie unter Belgien, und der Abstand zu Großbritannien vergrößert sich bei längeren Laufzeiten.
De-Rating-Methoden unterscheiden sich in den Märkten deutlich, aber tendenziell bewegt sich Italien vom oberen europäischen Bereich in die Mitte.
Das Angebotskurvenprofil verschiebt sich doppelt: weniger qualifizierte Kapazität, mehr Nullpreis-Gebote
Die De-Rating-Kürzung wirkt in beide Richtungen. Jede Batterie qualifiziert für weniger MW, aber auch die gesamte qualifizierte Kapazität des Bestands sinkt. Hält Terna am gleichen Versorgungsziel fest, vergrößert sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, neue Anbieter erhalten mehr Raum und die Clearingpreise sollten steigen.
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