16 April 2026

Europäische Solarenergie: Italiens Capture-Preis erreicht 125 €/MWh im März 2026

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Europäische Solarenergie: Italiens Capture-Preis erreicht 125 €/MWh im März 2026

​Die europäische Solarenergie wuchs im März 2026 erneut. Die Wirtschaftlichkeit unterscheidet sich jedoch stark von Land zu Land. In Spanien erholten sich die Capture-Preise auf nur 13,51 €/MWh. In Italien erreichten sie auf nationaler Ebene 124,72 €/MWh.

Der Unterschied liegt am Gas. In Italien bestimmt Gas praktisch jede Stunde, in der Solarstrom erzeugt wird, den Marginalpreis. Hohe Gaspreise, bedingt durch anhaltende Spannungen im Nahen Osten, hielten die Großhandelspreise den gesamten März über hoch. Italienische Solaranlagenbetreiber profitierten fast vollständig davon.


Wichtigste Erkenntnisse

  • Italiens Solar-Capture-Preis erreichte im März 2026 124,72 €/MWh, ein Anstieg um 22 € im Jahresvergleich und der höchste Wert in Europa. Spaniens Capture-Preis verbesserte sich leicht gegenüber Februar, bleibt aber zehnmal niedriger als der Italiens.
  • Gas bestimmt in Italien häufiger als in Spanien und Frankreich den Marginalpreis, oft sogar während Solarstunden, und schützt die Erzeuger so vor Kannibalisierung. Italien führt Europa bei den jährlichen Capture-Raten mit 86 % an – trotz hoher Einstrahlung.
  • Deutschlands und Großbritanniens Capture-Raten verbesserten sich im Jahresvergleich trotz einer größeren Solarbasis, begünstigt durch geringere Sonneneinstrahlung. Frankreich, Spanien und Polen verzeichneten im März höhere Einstrahlung und niedrigere Capture-Raten als im Vorjahr.
  • Italiens geringe Solar-Kannibalisierung ist eine Funktion sowohl der installierten Kapazität als auch der Flexibilität des Systems. Trotz einer der besten Solarwirtschaftlichkeiten Europas ist der Ausbau begrenzt: 140 GW stehen in der Netzanschluss-Warteschlange, doch das Decreto Agricoltura (Mai 2024) verbot Freiflächenanlagen auf Agrarland und stoppte so die Genehmigung neuer Projekte.

Gas schützt italienische Solarenergie vor Kannibalisierung

Der italienische Großhandelsstrommarkt bleibt stark gasabhängig. Im März 2026 bestimmte Gas weiterhin in vielen der von Solar erzeugten Stunden den Marginalpreis. Das unterscheidet sich strukturell von Märkten wie Spanien, wo die wachsende Solarflotte zunehmend ihren eigenen Preis setzt.

Italiens Capture-Preis von 124,72 €/MWh im März 2026 war der höchste in Europa – mehr als doppelt so hoch wie Deutschlands 59 €/MWh und fast zehnmal so hoch wie Spaniens 13,51 €/MWh.

Die italienischen Capture-Preise stiegen von Februar auf März – der März-Wert liegt deutlich über dem gleitenden 12-Monats-Durchschnitt von 97,32 €/MWh. Hohe Gaspreise im März, aufrechterhalten durch Versorgungsängste nach dem Iran-Krieg, trieben die Großhandelspreise nach oben, und italienische Solaranlagenbetreiber schöpften den Großteil davon ab.

In den meisten europäischen Märkten sanken die Capture-Preise im März gegenüber Februar, da die saisonale Erzeugung stieg. Starke Solarproduktion zur Mittagszeit führte dazu, dass selbst hohe Gaspreise kaum Auswirkungen auf die Solarerlöse hatten. Italien ist das einzige Land, in dem sich der Gaspreisanstieg in den Capture-Preisen für Solar niederschlug.


Italien führt nicht nur beim Capture-Preis, sondern auch bei der Capture-Rate

Der Capture-Preis hängt teilweise von den durchschnittlichen Großhandelspreisen ab, die in Italien nach europäischen Maßstäben hoch sind. Die italienischen Großhandelspreise lagen in den letzten 12 Monaten im Schnitt bei 112,75 €/MWh, verglichen mit 86 €/MWh in Deutschland und 54,40 €/MWh in Frankreich. Gasabhängigkeit und Importbedarf halten das Preisniveau hoch.

Die Capture-Rate erzählt eine andere, besser vergleichbare Geschichte. Sie misst, wie gut Solaranlagenbetreiber den Großhandelsdurchschnitt erreichen – unabhängig von dessen Höhe. Eine sinkende Capture-Rate bedeutet, dass Solar die Preise in den Erzeugungsstunden drückt. Eine hohe Capture-Rate zeigt, dass die installierte Solarkapazität bisher nur wenig Einfluss auf die relevanten Marktpreise hat.

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