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PJM stellt drei potenzielle Wege zur Neugestaltung des Kapazitätsmarkts vor

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PJM stellt drei potenzielle Wege zur Neugestaltung des Kapazitätsmarkts vor

​PJM beschreibt sich selbst als gefangen in einer "Glaubwürdigkeitsfalle". Hohe Kapazitätspreise signalisieren, dass neue Erzeugung benötigt wird. Doch diese Preissignale führen zu politischen Eingriffen, die das Vertrauen der Investoren in die zukünftige Erlössicherheit von PJM untergraben.

Der Markt signalisiert "bauen". Die politische Reaktion signalisiert "Risiko".

In einem am 6. Mai veröffentlichten Whitepaper fordert der ISO eine grundlegende Überprüfung des Kapazitätsmarkts, der sein Netz seit zwei Jahrzehnten finanziert.

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Kapazitätsmarkt von PJM befindet sich in einer "Glaubwürdigkeitsfalle": Preise, die Investitionen anziehen, lösen Eingriffe aus, die das Signal schwächen.
  • PJM hat drei mögliche Wege identifiziert: verpflichtendes langfristiges Hedging, Rationierung der Versorgungssicherheit nach Kundengruppen oder eine Verlagerung der Erlösabsicherung in Richtung Energiemarkt.
  • Für BESS ist die Verlagerung auf den Energiemarkt der günstigste Weg. Das Design des Hedging-Wegs entscheidet, ob Speicher mit thermischer Erzeugung konkurrieren kann.

Warum erscheint dieses Papier jetzt?

Das Whitepaper erscheint vor dem Hintergrund eines aktuellen Kapazitätsengpasses. Die Auktion für 2027/2028 hat 134,5 GW unforced capacity bei einer installierten Reservequote von 14,4 % ergeben. Das Zuverlässigkeitsziel von PJM liegt bei 20 %. Im System fehlten 6,5 GW an Kapazität.

Die hohen Preise, die dieser Engpass normalerweise verursacht hätte, wurden durch eine Preisobergrenze gedämpft, die 2025 zwischen PJM und Pennsylvania vereinbart wurde, um Haushaltsstromrechnungen zu schützen. Am 28. April 2026 verlängerte die FERC diese Obergrenze für zwei weitere Auktionen, sodass der Eingriff das Preissignal voraussichtlich bis Mai 2030 unterdrücken wird.

Glaubwürdigkeitsprobleme sind für PJM nichts Neues

PJM sieht dies als chronisches Problem und verweist auf ein Jahrzehnt von Regeländerungen, die das Vertrauen der Investoren immer wieder erschüttert haben.

Die Minimum Offer Price Rule wurde ausgeweitet und dann wieder zurückgenommen. Die Methodik zur Kapazitätsakkreditierung wurde überarbeitet. Reformen der Reservepreisbildung wurden akzeptiert und dann zurückverwiesen. Auktionspläne wurden gekürzt und verzögert.

Der aktuelle Zyklus ist schärfer, weil die Preise höher sind und Haushalte die Erhöhungen auf ihren Rechnungen innerhalb von Monaten statt Jahren sehen. Der Gouverneur von Pennsylvania hat angekündigt, dass der Staat Preiserhöhungen ablehnen wird, die nicht bezahlbar sind. AEP stellt offen infrage, ob das Unternehmen bei PJM bleibt.

PJM's drei Wege führen zu unterschiedlichen Erlösstrukturen

Weg A behält den Kapazitätsmarkt bei, verlangt aber, dass der Großteil der Kapazität Jahre im Voraus beschafft wird. Entweder sichern sich Versorger selbst ab, oder PJM beschafft im Namen der Versorger mehrjährige Verträge. Dies ist die direkteste Fortführung des bestehenden Marktdesigns und orientiert sich am CAISO-Modell.

Weg B rationiert die Versorgungssicherheit nach neu definierten Kundengruppen. Heute werden alle Kunden nach dem gleichen Standard beliefert. Weg B würde große neue Verbraucher, insbesondere Hyperscaler-Rechenzentren, als eigene Kategorie behandeln. Wenn große Verbraucher ohne entsprechende Erzeugung ans Netz gehen, werden sie bei Engpässen zuerst abgeschaltet. PJM arbeitet bereits daran im Rahmen der Connect and Manage Senior Task Force, und Texas hat 2025 eine ähnliche Gesetzgebung verabschiedet.

Weg C verlagert die Erlösabsicherung für Erzeuger stärker auf den Energie- und Systemdienstleistungsmarkt. Knappheitspreisobergrenzen würden schrittweise steigen, während der Kapazitätsmarkt zur Rückfallebene schrumpft. Langfristige bilaterale Energieverträge, darunter PPAs und Tolling-Deals, würden Kapazitäten als primäre Investitionsabsicherung ersetzen.

Die Wege schließen sich nicht gegenseitig aus. PJM merkt an, dass verpflichtende Hedging-Elemente von Weg A mit B und C kombinierbar sind, während Energiemarktreformen Voraussetzung für Weg C sind und die beiden anderen Wege ergänzen.

Was die Wege für BESS in PJM bedeuten

Für BESS ist Weg C am vorteilhaftesten. Höhere Knappheitspreise bedeuten mehr Volatilität, die genutzt werden kann. Zudem liegen die tiefgreifendsten Reformen der Systemdienstleistungen auf diesem Weg.

Weg A ist weniger eindeutig. Kapazitätsprodukte orientierten sich historisch an thermischen Referenzeinheiten, auch wenn BESS inzwischen in PJMs neuester Cost of New Entry-Studie neben Gas geführt wird. Akkreditierungsregeln entscheiden, ob Speicher im Rahmen von Langfristverträgen direkt mit thermischen Anlagen konkurrieren kann.

Weg B könnte die Beschaffung von BESS durch Hyperscaler erhöhen, die eine entsprechende Versorgung sicherstellen müssen, würde aber die Erlösstruktur für Speicher im Großhandelsmarkt nicht ändern.

Der Zeitplan für die Reform ist ungewiss, aber das Whitepaper betont die Dringlichkeit, einen Weg zu finden. PJM erklärt, die Region habe "Jahre, keine Jahrzehnte" für die Entscheidung.

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