Niederländische aFRR-Kapazitätspreise fallen weiter – Batterien verdienen am Energiemarkt
Niederländische aFRR-Kapazitätspreise fallen weiter – Batterien verdienen am Energiemarkt
Das niederländische aFRR (automatische Frequenzwiederherstellungsreserve) sendet zwei entgegengesetzte Preissignale. Der Kapazitätsmarkt ist gesättigt: Für die Verfügbarkeit, die 2022 noch 105 €/MW/h einbrachte, werden 2026 nach vier Jahren in Folge mit Preisrückgängen nur noch 27 €/MW/h gezahlt. Der Energiemarkt bleibt jedoch attraktiv: Aktivierte Volumina erreichen 2025 einen Rekordwert, und jedes Jahr bieten Anbieter mehr an.
Für Batterien bietet der aFRR-Energiemarkt eine Preisdifferenz, wie sie kein anderer niederländischer Markt bietet. An Sommertagen senkt Solarstrom den Day-Ahead-Preis fast auf null, während Gas weiterhin den aufwärtsgerichteten aFRR-Preis bestimmt. Um 14:00 Uhr im Sommerdurchschnitt 2026 liegt der Wert bei 13 €/MWh gegenüber 104 €/MWh: eine Preisspanne von 91 €/MWh innerhalb einer einzigen Stunde – genau in den Stunden, in denen die Batterie geladen wird.
Wichtige Erkenntnisse
- Zur Mittagszeit im Sommer bestimmt Solarenergie einen Day-Ahead-Preis nahe null, während Gas weiterhin den aufwärtsgerichteten aFRR-Preis setzt. Nur aFRR ermöglicht diese Preisspanne in derselben Stunde, in der die Batterie mit Solarstrom zum Day-Ahead-Preis geladen wird.
- Der Energiemarkt war nie tiefer oder besser vernetzt. Anbieter bieten TenneT inzwischen 620 MW aufwärts- und 1.280 MW abwärtsgerichtete Aktivierungsenergie an. 2025, im ersten vollständigen Jahr auf der PICASSO-Plattform, wurde ein Rekordwert von 942 GWh erreicht.
- Kapazitätspreise fielen nach der Gaskrise weiter: 4-Stunden-Blöcke erleichterten den Einstieg für Batterien und Erneuerbare, während Dynamic Dimensioning die von TenneT beschaffte Kapazität verringerte.
Wie kann eine Mittagsstunde einer Batterie dreifach Erträge bringen?
Im Sommer erreicht die Solarproduktion ihren Höhepunkt und drückt den niederländischen Day-Ahead-Preis nach unten. Mittags fallen die Preise auf ein Minimum, und Gas verschwindet aus der Merit-Order (das Muster hinter den großen niederländischen Day-Ahead-Spreads, wie in Modos Analyse zu Ausbau, Spreads und Netzentgelten beschrieben).
Da der Erzeugungsmix fast vollständig erneuerbar ist und auf maximaler Leistung läuft, ist die aufwärtsgerichtete Flexibilität begrenzt. Ein Gaskraftwerk kann diese Flexibilität jedoch weiterhin bieten. Deshalb setzt Gas auch dann noch den aufwärtsgerichteten aFRR-Preis, wenn es am Day-Ahead-Markt nicht mehr zum Zug kommt.
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