MACSE-Strafen: Tausch von Marktrisiko gegen Ausführungsrisiko
MACSE-Verträge beseitigen das Marktrisiko, indem sie feste Einnahmen garantieren. Diese Sicherheit geht jedoch mit strengen Verpflichtungen bezüglich Bau und Leistung einher. Werden diese Verpflichtungen nicht erfüllt, werden finanzielle Strafen fällig, die durch Bankgarantien abgesichert sind.
Strafen gelten für:
- Lieferausfälle vor Inbetriebnahme: Projekte, die nicht liefern, sich zurückziehen oder beendet werden.
- Leistungsdefizite: Nichterfüllung der Anforderungen bezüglich Energiekapazität, Entladeleistung, Ladeleistung oder Effizienz.
Alle Strafen werden anhand des Reserveaufschlags berechnet, dem Auktionspreisdeckel von 37.000 €/MWh/Jahr, während Projekte im Durchschnitt nur mit 13.000 €/MWh/Jahr bezuschlagt wurden. Diese Diskrepanz macht die Strafen im Verhältnis zu den vertraglichen Einnahmen besonders schwerwiegend.
Lieferausfälle führen zu erheblichen Strafen
Projekte werden bestraft, wenn sie nicht liefern, sich freiwillig zurückziehen oder von Terna beendet werden. Terna kann Verträge aufgrund von betrieblichen oder finanziellen Verstößen während Bau- oder Lieferphase kündigen.
Die Strafen werden als zugesicherte Kapazität multipliziert mit dem Reserveaufschlag und dem zweijährigen Planungszeitraum (oder einem Jahr bei vorzeitigem Rückzug) berechnet.
Diese Struktur ist angesichts der geringen Margen besonders hart. Bei einem 100-MWh-Projekt würde ein Lieferausfall zu einer Strafe von 7,4 Millionen € führen – fast sechs Jahre vertraglicher Einnahmen. Betreiber sind zudem doppelt exponiert: Fällt das Projekt aus, verlieren sie sowohl ihre Investitionen als auch die Strafzahlung.
Degradation erfordert aktives Gegensteuern, um hohe Strafen zu vermeiden
Nach Inbetriebnahme drohen Betreibern Strafen, wenn sie die Leistung in vier Bereichen nicht erfüllen: Energiekapazität, Entladeleistung, Ladeleistung oder Effizienz. Terna berücksichtigt normales Altern und erlaubt eine jährliche Abweichung der deklarierten Kapazitäts- und Effizienzziele um 1 %.
In der Praxis altern Batterien jedoch deutlich schneller. Batterien mit 0,5 Zyklen pro Tag erreichen nach 10 Jahren eine Leistungslücke von etwa 13 %, während tägliches Zyklieren am MACSE-Maximum von 1 Zyklus/Tag das Defizit auf fast 20 % erhöht. Diese Leistungsdefizite führen zu kontinuierlichen Strafen, besonders in Verbindung mit betrieblicher Nichtverfügbarkeit.
Die Kosten unbehandelter Degradation sind erheblich. Eine 100-MWh-Batterie, die am MACSE-Maximum betrieben wird, sammelt über 15 Jahre etwa 45 Millionen € an Strafen an – mehr als das Doppelte der vertraglichen Einnahmen von 19,5 Millionen €. Selbst bei vorsichtigerer Nutzung (0,5 Zyklen/Tag) erreichen die Strafen 35 Millionen € und übersteigen die Einnahmen um 80 %.
Viele Betreiber vergrößern daher die Kapazität oder planen eine Nachrüstung, um dieses Risiko zu managen – beides erfordert jedoch zusätzliches Kapital und drückt die ohnehin schon knappen Margen.
Das Strafsystem der MACSE verstehen
Terna bietet einen Puffer, aber dieser ist begrenzt
Betreiber erhalten 7.200 viertelstündige Strafbefreiungen pro fünfjährigem Vertragszeitraum, das entspricht 15 vollen Tagen Nichtverfügbarkeit pro Jahr, sofern sie 5 Tage vorher ankündigen. Das deckt die typische betriebliche Nichtverfügbarkeit von etwa 5 % oder rund 13 Tage pro Jahr ab.
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