Italien Batterieausbau-Report: Flotte überschreitet die 2-GW-Marke
Italien Batterieausbau-Report: Flotte überschreitet die 2-GW-Marke
Italien wird im Jahr 2026 die Marke von 2 GW Batteriekapazität überschreiten.
Noch vor zwei Jahren verfügte das Land über weniger als 100 MW an großtechnischer Batteriespeicherung – ein Bruchteil dessen, was das Vereinigte Königreich oder Deutschland bereits installiert hatten.
Heute verfügt Italien über eine der aktivsten Entwicklungspipelines Europas, mit über 6 GW an baureifen Batterieprojekten. Ausschreibungen im Kapazitätsmarkt und der neue MACSE-Mechanismus haben für Entwickler klare Investitionssignale gesetzt.
Bei Fragen zum Inhalt dieses Artikels wenden Sie sich gerne an den Autor timothee@modoenergy.com.
Wichtigste Erkenntnisse
- Italiens in Betrieb befindliche Batterieflotte erreichte bis Ende 2025 1,9 GW und 7,3 GWh.
- Enel besitzt über 85 % der operativen Kapazität und hat den Großteil seines Portfolios 2024 und 2025 in Betrieb genommen.
- Sardinien beherbergt fast die Hälfte der operativen Flotte. Kapazitätsmarkt- und Fast Reserve-Ausschreibungen mit speziellen Volumina haben diese Konzentration begünstigt.
- Die Entwicklungspipeline umfasst über 6 GW baureife Projekte. Die MACSE-Förderfähigkeit zieht den Großteil des Volumens nach Süditalien, insbesondere nach Apulien und Sizilien.
- Wir prognostizieren, dass Italien bis 2030 bis zu 15 GW erreichen könnte, gestützt durch MACSE-Verträge und Kapazitätsmarktausschreibungen.
Italiens Batterieflotte hat sich seit 2023 versechsfacht
Italien startete 2023 mit weniger als 100 MW installierter Batteriekapazität. Bis Ende 2025 überstieg die installierte Leistung 1,9 GW. Auch die Energiekapazität entwickelte sich ähnlich und stieg von 1,1 GWh auf über 7 GWh.
Der Großteil dieses Wachstums stammt aus Enels Kapazitätsmarkt-Portfolio. Der Versorger nahm zwischen Dezember 2023 und Mitte 2024 mehr als 1,1 GW an ehemaligen Thermostandorten in Sardinien, Latium und Norditalien ans Netz.
Diese Zahlen beziehen sich nur auf großtechnische Speicher. Italien verfügt zudem über einen bedeutenden Markt für Heimspeicher, angetrieben durch steuerliche Anreize für Photovoltaik-Batterie-Systeme im privaten Bereich.
Enel dominiert den operativen Batteriemarkt
Enel hält über 85 % der in Betrieb befindlichen Batteriekapazität Italiens. Diese Position spiegelt einen Vorsprung als Erstanbieter wider: Das Unternehmen sicherte sich 1,6 GW in den Kapazitätsmarktausschreibungen 2022, als nur wenige Wettbewerber im großen Stil mitboten.
Enel nutzte stillgelegte Thermostandorte in Sardinien, Latium und Norditalien wieder. Diese Brownfield-Standorte verfügten bereits über Netzanschlüsse und Genehmigungswege.
Die ersten MACSE-Auktionsergebnisse bestätigten dieses Muster. Enel erhielt 6,7 GWh der ersten vergebenen 10 GWh.
Weitere Entwickler bauen ihre Positionen durch Netzanschlussanträge und zukünftige Auktionen aus. Wie sich die Marktanteile entwickeln, hängt von der Umsetzung und den Ergebnissen der für 2026 und 2027 geplanten MACSE-Auktionen ab.
Sardinien und Norditalien beherbergen den Großteil der Batteriekapazität
Sardinien vereint fast 800 MW an installierter Kapazität und stellt damit fast die Hälfte des nationalen Gesamtbestands.
Diese Konzentration ist größtenteils auf das Auktionsdesign zurückzuführen: Die Kapazitätsmarktausschreibung für das Lieferjahr 2024 wies der Insel rund 500 MW an Bedarf zu (entsprechend ca. 750 MW an 4-Stunden-BESS), frühere Fast Reserve-Auktionen enthielten ebenfalls spezifische Volumina für Sardinien.
Die Insel bietet zudem Italiens , bedingt durch die begrenzte Verbindung zum Festland. Angesichts der geringeren Marktgröße ist diese Konzentration im Vergleich zu Norditalien besonders bedeutsam.
Already a subscriber?
Log in





