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20 August 2026

Batterieausbau in Deutschland: 888 MW in 1. Halbjahr 2026 – mehr als im gesamten Jahr 2025

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Batterieausbau in Deutschland: 888 MW in 1. Halbjahr 2026 – mehr als im gesamten Jahr 2025

​Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 888 MW an großskaliger Batterie-Kapazität ans Netz gebracht. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2025 und erhöht den Bestand auf 3,4 GW.

Die Pipeline der selbst gemeldeten geplanten Inbetriebnahmedaten deutet darauf hin, dass die zweite Jahreshälfte noch größer wird – mit weiteren 3,2 GW, die bis Jahresende geplant sind. Dieses Wachstum ist jedoch unwahrscheinlich, da es eine beispiellose Steigerung der Ausbaugeschwindigkeit erfordern würde: Deutschland hat noch nie mehr als 900 MW in einem Halbjahr gebaut, und das Register hat die kurzfristige Lieferung in der Vergangenheit jedes Jahr überschätzt. Ein sechsmonatiger Verzug in der Pipeline ist realistischer – und selbst dann käme Deutschland bis Ende 2028 auf 15,2 GW.

Für weitere Informationen zu diesem Thema oder für Zugriff auf die vollständige Ausbau-Pipeline von Modo Energy nach Assets wenden Sie sich an den Autor, till@modoenergy.com


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Wichtige Erkenntnisse

  • Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 888 MW großskalige BESS installiert – mehr als die 842 MW im gesamten Jahr 2025. Damit liegt die Flotte bei 3,4 GW und 5,7 GWh.
  • Die Pipeline der selbst gemeldeten Inbetriebnahmedaten sieht weitere 3,2 GW bis Jahresende vor. Berücksichtigt man jedoch den in der Vergangenheit beobachteten sechsmonatigen Verzug bei Modo Energy-Projekten, liegt der realistische Wert für Ende 2026 bei 4,2 GW, nicht bei 6,6 GW.
  • Die durchschnittliche Betriebsdauer liegt nun bei 1,67 Stunden, da immer mehr 2-Stunden-Batterien hinzukommen. 4-Stunden-Systeme sind heute mit 27 MW kaum vertreten (<1 % der Flotte), machen aber 63 % der geplanten Zubauten bis 2028 aus.
  • Rund 75 % der neuen Kapazität seit Dezember waren Standalone-Anlagen, die um 82 % wuchsen, während gekoppelte Batterien nur um 38 % zulegten. Die Kopplung legte zwar zu, ihr Anteil an der Flotte sank aber von 41 % auf 35 %.

Deutschland erreichte den Jahresausbau 2025 schon in sechs Monaten

888 MW wurden in 92 Einheiten im ersten Halbjahr 2026 installiert – mehr als die gesamten Zubauten 2025 mit 842 MW. Die Energiekapazität wuchs noch schneller: Die Flotte legte 1,8 GWh zu und erreichte 5,7 GWh – der größte Halbjahreszuwachs aller Zeiten.

Dieser Ausbau wirkt wie ein Sprung – die Ausbaugeschwindigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Das ist angesichts der Historie jedoch nicht unmöglich: Die nun ans Netz gehenden Projekte bekamen ihren Netzanschluss vor zwei Jahren, als der deutsche Markt erstmals richtig Fahrt aufnahm.

Die Anschlusswarteschlange war damals noch nach dem Windhundprinzip offen, und die ersten Anträge kamen ohne große Wartezeiten durch. Die Entwickler von damals bauen jetzt. Der Bau dauert 12 bis 18 Monate, sodass die 2024er Kohorte 2026 ans Netz geht. Die aktuelle Welle sagt jedoch wenig darüber aus, was ein Entwickler heute erwarten kann – oder ob das Tempo dauerhaft so bleibt.

Auch die Projekte werden größer: Ein Cluster erklärt ein Viertel der Zubauten. Münch Energie hat fünf Teilanlagen in Beuna und Krumpa (Sachsen-Anhalt) mit zusammen 250 MW in etwa sechs Monaten auf einem ehemaligen Braunkohlestandort ans Netz gebracht. Zusammen sind sie nun die größte Batterieanlage Deutschlands.

Pipeline-Projekte deuten auf erneute Verdopplung der Ausbaugeschwindigkeit in den nächsten Jahren hin

Die Pipeline gemeldeter Projekte zeigt weitere 3,2 GW mit geplanter Inbetriebnahme bis Jahresende, was die Kapazität auf 6,6 GW bringen würde. Modo Energy pflegt seine Entwicklungspipeline aus im Marktstammdatenregister gemeldeten Assets sowie öffentlich angekündigten Projekten mit geplantem COD.

Angesichts der bisherigen Ausbaugeschwindigkeit ist das aber sehr unwahrscheinlich: Der größte Quartalszuwachs war rund 500 MW im ersten Quartal 2026. Dieses Rekordquartal zu verdreifachen und die installierte Kapazität bis Jahresende zu verdoppeln, ist fast unmöglich. Gerade das vierte Quartal weist oft viele Projekte mit geplantem COD aus, was auf optimistische Buchungen zum Jahresende hindeutet.

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