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Bericht zum Batterieausbau in Deutschland: Deutschland installiert 888 MW im 1. Halbjahr 2026 – mehr als im gesamten Jahr 2025

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Bericht zum Batterieausbau in Deutschland: Deutschland installiert 888 MW im 1. Halbjahr 2026 – mehr als im gesamten Jahr 2025

​Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 888 MW an netzgekoppelter Batteriekapazität hinzugefügt. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2025 und erhöht die installierte Flotte auf 3,4 GW.

Die Pipeline der selbst gemeldeten geplanten Inbetriebnahmedaten zeigt, dass die zweite Jahreshälfte noch größer ausfallen könnte, mit weiteren 3,2 GW bis Jahresende. Dieses Wachstum ist jedoch unwahrscheinlich, da dafür ein nie dagewesener Ausbau-Tempo erforderlich wäre: Deutschland hat noch nie mehr als 900 MW in einem Halbjahr gebaut und das Register hat die zeitnahe Umsetzung jedes Jahr überschätzt. Ein sechsmonatiger Verzug in der Pipeline ist realistischer – damit käme Deutschland bis Ende 2028 dennoch auf 15,2 GW.

Für weitere Informationen zu diesem Thema oder um Zugang zur vollständigen Ausbau-Pipeline von Modo Energy zu erhalten, wenden Sie sich an den Autor, till@modoenergy.com


Wichtige Erkenntnisse

  • Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 888 MW an netzgekoppelten BESS installiert – mehr als die 842 MW im gesamten Jahr 2025. Damit wuchs die Flotte auf 3,4 GW und 5,7 GWh.
  • Die Pipeline der selbst gemeldeten Inbetriebnahmedaten plant weitere 3,2 GW bis Jahresende. Mit dem sechsmonatigen Verzug, wie er in früheren Modo Energy-Projekten beobachtet wurde, liegt der realistische Wert für Ende 2026 bei 4,2 GW statt 6,6 GW.
  • Die durchschnittliche Betriebsdauer liegt inzwischen bei 1,67 Stunden, da immer mehr 2-Stunden-Batterien hinzugefügt werden. 4-Stunden-Systeme sind heute mit 27 MW kaum vertreten (<1% der Flotte), machen aber 63% der geplanten Zubauten bis 2028 aus.
  • Etwa 75% der neuen Kapazität seit Dezember waren Standalone-Anlagen, die um 82% wuchsen, während Co-Location-Batterien nur um 38% zulegten. Co-Location wuchs zwar weiter, aber ihr Anteil an der Flotte sank von 41% auf 35%.

Deutschland erreichte in sechs Monaten das Ausbauvolumen des gesamten Jahres 2025

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 888 MW über 92 Einheiten installiert – mehr als die gesamten 842 MW Neuzubau im Jahr 2025. Die Energiekapazität wuchs noch schneller: Die Flotte legte um 1,8 GWh zu und erreichte 5,7 GWh – den größten Halbjahreszuwachs aller Zeiten.

Dieser Ausbau gleicht einem Sprung nach vorn – das Tempo hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Das ist angesichts der Historie aber nicht unmöglich: Die jetzt ans Netz gehenden Projekte haben ihre Netzanschlüsse vor zwei Jahren erhalten, als der deutsche Markt erstmals richtig Fahrt aufnahm.

Die Anschlusswarteschlange war damals noch nach dem First-Come-First-Served-Prinzip geöffnet, die ersten Anträge kamen ohne großen Rückstau durch. Die Entwickler von damals bauen heute. Der Bau dauert 12–18 Monate, daher kommen die Projekte aus 2024 nun in 2026 ans Netz. Die aktuelle Welle sagt aber wenig darüber aus, was Entwickler heute erwarten können – oder ob das Tempo dauerhaft steigt.

Die Projekte werden auch größer: Ein Cluster erklärt ein Viertel des Zubaus. Münch Energie hat fünf Teilanlagen in Beuna und Krumpa (Sachsen-Anhalt) mit insgesamt 250 MW in rund sechs Monaten auf einem ehemaligen Braunkohle-Standort errichtet. Zusammengenommen ist dies nun die größte Batterieanlage Deutschlands.

Pipeline-Projekte deuten auf eine erneute Verdopplung des Ausbautempos in den nächsten Jahren hin

Die Pipeline registrierter Projekte zeigt weitere 3,2 GW mit geplanter Inbetriebnahme bis Jahresende – das würde 6,6 GW Gesamtleistung ergeben. Doch gemessen an den bisherigen Ausbaugeschwindigkeiten ist das sehr unwahrscheinlich: Der bisher höchste Quartalszubau lag bei etwa 500 MW im Q1 2026. Dieses Rekordquartal zu verdreifachen und die installierte Kapazität bis Jahresende zu verdoppeln, ist nahezu ausgeschlossen. Besonders im vierten Quartal melden viele Projekte geplante Inbetriebnahmen an, was darauf hindeutet, dass ein Teil der Jahresendplanung eher optimistisches Rechnungswesen ist.

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