Investitionsausblick für deutsche BESS: Risikoanalyse
Investitionsausblick für deutsche BESS: Risikoanalyse
Deutsche BESS-Projekte erzielen unverschuldete IRRs von 12–14 %. Doch wie weit können diese Renditen sinken?
Eine Merchant-Batterie ist 20 Jahre lang dem Strommarkt ausgesetzt. Die Renditen werden maßgeblich von makroökonomischen Faktoren beeinflusst: Gaspreise, Nachfrageentwicklung und das Tempo des Batterieausbaus.
Jeder dieser Faktoren hängt von politischen Entscheidungen und geopolitischen Entwicklungen ab, die über diesen Zeitraum hinweg naturgemäß unsicher sind.
Sinken die Gaspreise, schrumpfen die Spreads. Enttäuscht die Nachfrage oder kommen mehr Batterien ans Netz, verringern sich die Knappheitsstunden, die die jährlichen Renditen antreiben. Im ungünstigsten Marktszenario sinken die Einnahmen um 37 % und die IRRs auf 5,5 %.
Auf Projektebene kommen weitere Risiken hinzu. Anschlussbedingungen, Netzentgelte und Abregelungsvorgaben unterscheiden sich je nach Standort und Übertragungsnetzbetreiber. Zwei Projekte mit identischer Marktexponierung können sehr unterschiedliche Renditen erzielen – abhängig von den akzeptierten Bedingungen. Allein ungünstige Anschlussbedingungen können die Einnahmen über die Projektlaufzeit um 20 % reduzieren.
Kein einzelnes Risiko gefährdet das Geschäftsmodell für sich genommen, aber wenn Marktwiderstände auf restriktive Projektbedingungen treffen, fallen die Renditen unter die finanzierbaren Schwellenwerte.
Dieser Artikel ist Teil des vierteljährlichen deutschen BESS-Investitionsausblicks von Modo Energy, der auch die Marktfundamentaldaten und bankfähige Geschäftsmodelle behandelt.
Marktrisiken
Gas- und CO₂-Preise verursachen die größten Umsatzschwankungen
Gaskraftwerke bestimmen in etwa einem Drittel der deutschen Abrechnungsperioden den Großhandelspreis. Wenn die Gaspreise fallen, sinken auch die Spitzenpreise.
Die europäischen Gaspreise schwankten von 3 €/MWh im Jahr 2020 bis auf 250 €/MWh im Jahr 2022 und haben sich inzwischen bei etwa 35 €/MWh eingependelt. Der CO₂-Preis folgt dem Gaspreis durch Brennstoffwechsel: Wenn Versorger mehr Gas als Kohle verbrennen, sinkt die Nachfrage nach Emissionszertifikaten.
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