19 February 2026

Ausblick für Investitionen in deutsche BESS: Marktgrundlagen

Ausblick für Investitionen in deutsche BESS: Marktgrundlagen

4-Stunden-Batteriesysteme erzielen in Deutschland eine Rendite (IRR) von 13,7 % und übertreffen damit 2-Stunden-Konfigurationen.

Welche Marktkräfte treiben diesen Wandel an?

Die Erzeugung aus erneuerbaren Energien wächst bis 2040 um 150 % auf 695 TWh und vertieft das Mittags-Preistal. Die Nachfrage steigt um 70 % auf über 1.000 TWh. Dadurch vergrößert sich die tägliche Preisspanne, die durch längere Batterielaufzeiten genutzt werden kann, was 40 GW BESS-Kapazität unterstützt – das 13-fache des heutigen Niveaus.

Netzstützende Dienstleistungen machen 2026 noch 55 % der BESS-Einnahmen aus, sinken aber bis 2030 auf 5 %, da das Angebot die Ausschreibungen übersteigt und der Großhandelsarbitrage zum dominierenden Umsatztreiber wird. Bei einem 2-Stunden-System starten die Einnahmen bei 235.000 €/MW/Jahr und stabilisieren sich bis 2030 bei 115.000 €/MW/Jahr.

Dieser Artikel beleuchtet die Marktgrundlagen, Erlösmechanismen und das Investitionsszenario für deutsche BESS bis 2050.

Grundlagen

Solaranteil in Deutschland stieg innerhalb eines Jahrzehnts von 7 % auf 16 %

Der deutsche Strommix hat sich im vergangenen Jahrzehnt von fossilen Grundlasten zu volatilen Erneuerbaren verschoben. Der Anteil der Solarenergie an der gesamten Erzeugung stieg von 7 % im Jahr 2015 auf 9 % im Jahr 2020 und 16 % im Jahr 2025. Dieses Wachstum schuf das Mittags-Preistal, das Batterien heute ausnutzen.

Die Solarproduktion erreicht mittags ihren Höhepunkt und fällt abends fast auf null. Gaskraftwerke springen zur Deckung der Nachfrage ein. Batterien nutzen diese Preisspanne, indem sie Energie vom Mittagsüberschuss in den Abendbedarf verschieben.

Erneuerbare wachsen bis 2040 um 150 %, Nachfrage um 70 %

Die Erzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland steigt von 280 TWh im Jahr 2026 auf 695 TWh im Jahr 2040, also um 150 %. Die Nachfrage wächst von 605 TWh auf 1.035 TWh (ein Anstieg um 70 %), getrieben durch die Elektrifizierung von Verkehr, Wärme und Industrie.

Gas treibt kurzfristig die Spreads; Solar und BESS übernehmen ab 2030

Die täglichen Preisspannen orientieren sich kurzfristig an den Gaspreisen. Gaspreise sinken ab 2026, da das globale Angebot an verflüssigtem Erdgas (LNG) steigt und die europäische Gasnachfrage strukturell abnimmt. Mit abflachenden Gaspreisen wird der Ausbau der Solarenergie ab den frühen 2030ern zum Haupttreiber der Preisspannen.

Langfristig drücken BESS-Kannibalisierungseffekte die Spreads. Dennoch liegen die Batterieerlöse weiterhin über den erforderlichen Investorenrenditen, da die Investitionskosten (CAPEX) sinken.

Der deutsche Top-Bottom-Spread für eine Zweistundenbatterie (TB2) startet 2026 bei 85.000 €/MW/Jahr, sinkt bis 2030 auf 70.000 €/MW/Jahr und erholt sich bis 2035 auf 80.000 €/MW/Jahr.

Die Duck Curve ist 2026 am ausgeprägtesten, mit Abendspitzen, die durch höhere Gaspreise bestimmt werden. Bis 2040 flacht die Kurve ab, da sich die Gaspreise normalisieren und Batteriearbitrage die Intraday-Schwankungen glättet.

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