25 August 2021

UK ETS – Einblick in den Kohlenstoffmarkt (Video-Erklärung)

Written by:
Modo Energy

UK ETS – Einblick in den Kohlenstoffmarkt (Video-Erklärung)

Was ist das UK ETS und wie funktioniert es? In diesem Video erklärt Neil die Grundlagen des britischen Kohlenstoffmarkts.

UK ETS – Einblick in den Kohlenstoffmarkt

Das UK ETS

Vor dem Brexit war das Vereinigte Königreich Teil des Emissionshandelssystems (ETS) der EU. Im Vorfeld des EU-Austritts begann die britische Regierung mit einer Konsultation, ob ein ähnliches System, das UK ETS, weitergeführt oder stattdessen eine CO₂-Steuer eingeführt werden sollte. Letztlich entschied man sich für ersteres. Am 1. Januar 2021 wurde das UK ETS eingeführt.

Wie das ETS funktioniert

Ein ETS ist ein System, bei dem die Regierung sogenannte „Zertifikate“ zum Ausstoß von Treibhausgasen versteigert. Diese Zertifikate können anschließend auf einem Sekundärmarkt gehandelt werden. Dies wird oft als „Cap-and-Trade“-System bezeichnet.

Die Regierung legt eine Obergrenze für die Menge bestimmter Treibhausgase fest, die von den Teilnehmern des Systems jährlich ausgestoßen werden dürfen. Diese Menge wird in Zertifikate aufgeteilt (ein Zertifikat entspricht einer Tonne Treibhausgasemissionen). Die Zertifikate werden an Unternehmen versteigert oder in manchen Fällen kostenlos vergeben.

Kostenlose Zertifikate erhalten meist Unternehmen, die starker internationaler Konkurrenz aus Ländern ohne vergleichbare Preise ausgesetzt sind. So erhielten Unternehmen wie Tata Steel und British Steel 2021 Millionen kostenlose Zertifikate.

Am Jahresende muss ein Unternehmen die erforderliche Anzahl an Zertifikaten abgeben, um seine Emissionen abzudecken. Übrig gebliebene Zertifikate können ins nächste Jahr übertragen oder auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden.

Mögliche Probleme

Es gibt einige potenzielle Probleme mit dem ETS-System. Die kostenlosen Zertifikate unterlaufen das Ziel eines CO₂-Preises, da diese Emissionen komplett ohne Bepreisung bleiben.

Außerdem stammen nur etwa 30–40 % der in Großbritannien verursachten Emissionen von Unternehmen, die am System teilnehmen. Das liegt an der Auswahl der Branchen, die vom System erfasst werden – oder eben nicht. Beispielsweise müssen Unternehmen in der Landwirtschaft keine Zertifikate für ihre Emissionen erwerben.

Manche argumentieren, dass eine umfassendere, allgemeine CO₂-Steuer einen stärkeren Anreiz für Unternehmen und Verbraucher bieten würde, auf umweltfreundlichere Alternativen zu fossilen Brennstoffen umzusteigen.

Klar ist, dass das ETS einen Beitrag zur Verringerung der britischen CO₂-Emissionen leistet. Dennoch könnte die Regierung ein robusteres und ambitionierteres System benötigen, wenn sie ihre Netto-Null-Ziele ernsthaft erreichen möchte.

Mehr darüber, wie wir das Energiesystem der Zukunft gestalten können, erfahren Sie auf der Website von Modo.