Hat Spaniens kontinuierlicher Intraday-Markt genug Liquidität für algorithmischen Handel?
Hat Spaniens kontinuierlicher Intraday-Markt genug Liquidität für algorithmischen Handel?
Der kontinuierliche Intraday-Markt (ICM) in Spanien handelte im vierten Quartal 2025 etwa 1,6 TWh. Der entsprechende Markt in Deutschland setzte im gleichen Zeitraum 30 TWh um, also rund das 19-fache.
Für BESS-Entwickler, die in den iberischen Markt eintreten, stellt sich die Frage, ob allein der kontinuierliche Markt algorithmische Handelsstrategien tragen kann. Spaniens ICM bietet Preisspreads gegenüber dem Day-Ahead-Markt von bis zu ±50 €/MWh. Die Chance ist da. Allerdings erschweren geringe Volumina und kleine Handelsgrößen eine Skalierung.
In Deutschland sorgt die Aktivität aus erneuerbaren Portfolios für ausreichend Bewegung im kontinuierlichen Markt, sodass Batterien dort algorithmisch Werte abschöpfen können. In Spanien zwingt die begrenzte ICM-Liquidität Batterien dazu, Optimierungen über den Day-Ahead-Markt, Sekundärregelung (aFRR), Tertiärregelung (mFRR) und technische Restriktionen hinweg vorzunehmen. Die marktübergreifende Optimierung, die ebenfalls algorithmisch erfolgen kann, wird das Fundament des spanischen Batterie-Geschäftsmodells bilden.
Wichtige Erkenntnisse
- Die meisten einzelnen ICM-Transaktionen in Spanien liegen unter 1 MWh, was die Ausführung in großem Maßstab für Batterien mit größeren Handelsvolumina einschränkt.
- Intraday-Preisspreads im Vergleich zum Day-Ahead-Markt erreichten in Spanien im November 2025 ±50 €/MWh, was das Vorhandensein von Arbitragemöglichkeiten bestätigt.
- Deutschland führt monatlich 15 bis 22 Millionen ICM-Trades aus, Spanien hingegen nur 1 bis 2 Millionen – ein Spiegelbild jahrelanger Aktivität erneuerbarer Portfolios im kontinuierlichen Handel.
Warum weichen Spaniens ICM-Preise so stark vom Day-Ahead ab?
Spanien führte über ein Jahrzehnt hinweg sechs lokale Intraday-Auktionsrunden durch. Im Juni 2024 wurden diese von der Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia (CNMC) durch drei gesamteuropäische Intraday-Auktionen (IDA) ersetzt, die um 15:00 Uhr (D-1), 22:00 Uhr (D-1) und 10:00 Uhr (D) stattfinden. Der kontinuierliche Markt, der im Juni 2018 durch das Single Intraday Coupling (SIDC) eingeführt wurde, läuft parallel dazu. Spanische Marktteilnehmer konzentrierten ihre Aktivität jedoch auf die Auktionen.
Intraday-Geschäfte in der letzten Novemberwoche zeigten eine deutliche Abwärtsvolatilität. Der Day-Ahead-Referenzpreis lag an mehreren Tagen über dem Preis des kontinuierlichen Intraday-Marktes, der entsprechend gehandelt wurde.
Die meisten Trades finden nahe am Lieferzeitpunkt statt – hier sind die Spreads am größten. Weiter im Voraus ist das Orderbuch dünn und die Preise folgen dem Day-Ahead eng. In den letzten Stunden steigt die Aktivität stark an und die Preise weichen deutlich ab: Rabatte gegenüber dem Day-Ahead erreichen -100 €/MWh, während Aufschläge bis +50 €/MWh vorkommen. In der letzten Novemberwoche 2025 lagen die Preise des kontinuierlichen Marktes häufiger und stärker unter dem Day-Ahead als darüber.
Was zeigen Handelsgrößen und Ursprungszonen über Spaniens ICM?
Im spanischen ICM stammten rund 1,6 TWh des Q4 2025-Volumens aus spanischen Marktgebieten. Ausländische Zonen trugen 0,78 TWh bei. Portugal machte etwa 0,2 TWh aus. Beide Balken beinhalten grenzüberschreitende Geschäfte zwischen Spanien und Portugal.
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