28 July 2021

FSO: Was haben wir über den ‘Future System Operator’ gelernt?

Written by:
Modo Energy

FSO: Was haben wir über den ‘Future System Operator’ gelernt?

Am 20. Juli 2021 veröffentlichte das Department for Business, Energy & Industrial Strategy (BEIS) in Zusammenarbeit mit Ofgem das Konsultationsdokument zum vorgeschlagenen neuen Future System Operator (FSO). Dies geschah nach Nachrichten, dass National Grid plc seine Rolle als Electricity System Operator (ESO) verlieren soll.

Derzeit gibt es noch viele offene Fragen. Das ist verständlich, da sich die Pläne für den FSO noch im Konsultationsstadium befinden. Dennoch haben BEIS und Ofgem bereits einen groben Rahmen für den geplanten FSO vorgestellt. Hier sind einige wichtige Erkenntnisse aus dem Dokument.

Warum brauchen wir einen neuen Future System Operator?

Im Wesentlichen gibt es zwei Gründe für die Einführung des neuen FSO:

1. BEIS und Ofgem möchten, dass der FSO unabhängig von kommerziellen Energieinteressen ist.

Im Januar 2021 veröffentlichte Ofgem seinen Bericht ‘Review of GB energy system operation’. Darin wurde empfohlen, eine unabhängige Organisation zu schaffen, die die bevorstehenden grundlegenden Veränderungen im System unterstützen kann. Sowohl der Gas- als auch der Stromsystembetreiber sind derzeit Teil von National Grid plc, das „bedeutende weitere kommerzielle Interessen“ in der Branche hat.

BEIS und Ofgem betonen, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass ein „potenzieller oder wahrgenommener Interessenkonflikt“ ausgenutzt wurde. Ebenso gibt es keine Anzeichen dafür, dass dies in Zukunft passieren könnte. Dennoch weisen sie darauf hin, dass diese Wahrnehmung indirekte operative Ineffizienzen verursachen könnte, und möchten dies unbedingt verhindern.

2. Der FSO wird Elemente des Gas System Operator (GSO) – und mehr – integrieren, um ein stärker vernetztes System zu schaffen.

BEIS und Ofgem stellen sich einen FSO vor, der verschiedene Bereiche der Energiebranche zusammenführt. Die Annahme ist, dass eine stärkere Integration zu mehr Koordination und Effizienz auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel führen wird.

Derzeit sind NG ESO und National Grid Gas (NGG) zwei rechtlich getrennte Einheiten. Das Konsultationsdokument legt nahe, dass dies die „Koordination zwischen Gas- und Stromfunktionen und -rollen erschwert“.

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Wie wird der FSO aussehen?

Die Aufgaben und Funktionen des FSO

Geplant ist, dass der FSO die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des ESO sowie bestimmte Aufgaben des GSO übernimmt. Zu diesen GSO-Aufgaben gehören:

Strategische Planung.

Langfristige Prognosen.

Marktstrategische Funktionen.

(Eine weitere Option sieht vor, dass der FSO alle Aufgaben und Funktionen des GSO übernimmt. Diese Option birgt jedoch „erhebliche Risiken, Komplexität und potenzielle Kosten, ohne entsprechenden Nutzen“. Sie gilt daher als unwahrscheinlich.)

Der FSO wird zudem eine Reihe neuer oder erweiterter Funktionen übernehmen: politische Beratung und technische Analysen; ein schlankes Streitbeilegungssystem; verbesserte Systemplanung und Beratung zur Netzverteilung (wobei Ofgem die Investitionsentscheidungen trifft); sowie eine verstärkte Förderung des Wettbewerbs (z. B. Durchführung von Ausschreibungen und Prüfung von Alternativen zu herkömmlichen Netzlösungen).

Perspektivisch kann der FSO weitere Aufgaben im Bereich der Energiestrategie übernehmen, darunter (aber nicht ausschließlich) das Management von: Dekarbonisierung von Wärme und Verkehr; Wasserstoff; Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (CCUS).

Wie sieht die unmittelbare Zukunft aus?

Wie oben beschrieben, ist geplant, dass der FSO den ESO mit Teilen des GSO zusammenführt (mit der Möglichkeit, künftig weitere Bereiche zu integrieren). Wie wird das in naher Zukunft konkret aussehen?

Kurz gesagt: Das Kind wird nicht mit dem Bade ausgeschüttet. Aufgrund des geplanten Umfangs des FSO wird es eine schrittweise Integration geben. Zunächst bilden die bestehenden Fähigkeiten von NG ESO (und NGG, wo zutreffend) die Grundlage des FSO. Das betrifft Personal, Prozesse, Systeme und Anlagen. BEIS und Ofgem erkennen die „technische Expertise“ und „operative Exzellenz“ des ESO an und möchten die bestehenden Strukturen nutzen.

Die schrittweise Einführung potenziell neuer Aufgaben erfolgt dann auf Grundlage der Konsultationsergebnisse.

Fazit

Der Future System Operator wird eine unabhängige Organisation sein. Er übernimmt die Aufgaben und Funktionen des ESO sowie einige Gas-Verantwortlichkeiten. Es besteht die Möglichkeit, künftig weitere Aspekte des sich wandelnden Energiesystems einzubeziehen. Es handelt sich nicht um einen kompletten Umbruch, sondern um einen Versuch, eine stärkere Systemintegration zu erreichen.

Der Einsendeschluss für die FSO-Konsultation ist der 28. September 2021. Ihre Meinung zu den Vorschlägen können Sie BEIS hier mitteilen.