Frequenzregelungsdienste – Was passiert wann?
Frequenzregelungsdienste – Was passiert wann?
Das Stromsystem befindet sich im Wandel und unsere Frequenzregelungsdienste müssen sich ebenfalls anpassen. Mit dem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien im Netz wird die Frequenz volatiler. Plötzliche Wetteränderungen können das Angebot an erneuerbarer, CO₂-armer Stromerzeugung beeinflussen. Daher plant der National Grid Electricity System Operator (NGESO), seine aktuellen Frequenzregelungsdienste zu reformieren, um besser auf die Anforderungen unseres sich rasch verändernden Systems einzugehen. Im Rahmen dieser Reformen hat der ESO Folgendes vorgeschlagen:
Änderungen am aktuellen Dynamic Containment Service.
Die Einführung der neuen Dienste Dynamic Regulation und Dynamic Moderation.
Dynamic Containment – Die kommenden Änderungen
Seit dem Start im Oktober 2020 ist Dynamic Containment (DC) ein Erfolg für Batteriebetreiber und Aggregatoren. Ein Preis von £17/MW/h macht es zur profitabelsten und verlässlichsten Einnahmequelle. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der bislang unterzeichnete Dienst seine volle Kapazität erreicht (derzeit sind etwa 700 MW von möglichen 1.400 MW vergeben). Wenn der aktuelle Ausbau der Batteriespeichersysteme (BESS) anhält, wird dieser Preis langfristig sinken müssen.
Ab August 2021 wird DC für die Lieferung von sechs 4-Stunden-EFA-Blöcken vergeben. Diese Verträge werden weiterhin am Vortag ausgeschrieben. Da der Strombedarf in jedem dieser Zeitfenster variiert, sollte sich auch der Preis entsprechend anpassen. Theoretisch sollte dies eine breitere Marktteilnahme ermöglichen, da unterschiedlichste Anlagen selbstbewusst auf EFA-Blöcke bieten können, die zu ihren Fähigkeiten passen. Auch das Vergabeverfahren ändert sich: Statt Pay-as-Bid-Auktionen wird auf Pay-as-Clear umgestellt, sodass alle erfolgreichen Bieter innerhalb eines EFA-Blocks den gleichen Preis erhalten.
Im Oktober 2021 folgt zudem die Einführung von High-Frequency DC (DC-HF). Die Nachfrage nach DC-HF ist geringer als bei Low-Frequency DC (DC-LF). DC-HF dient ausschließlich zur Abfederung der größten Nachfragerückgänge im System. Teilnehmer können sowohl für DC-LF als auch für DC-HF im gleichen EFA-Block bieten. Es bleibt weiterhin möglich, mit dem Balancing Mechanism (BM) zu kombinieren, sodass Anlagen auf alle drei Optionen bieten können – mit dem bekannten Vorbehalt, dass BM-Aktivitäten die Fähigkeit zur DC-Erbringung nicht beeinträchtigen dürfen.
Was ist Dynamic Regulation?
Dynamic Regulation (DR) ist ein Prä-Fehler-Mechanismus, der dazu dient, Frequenzabweichungen rund um 50 Hz langsam zu korrigieren. Das bedeutet, dass Anlagen nicht so schnell reagieren müssen, aber eine kontinuierliche Betriebsfähigkeit gewährleisten sollten. Die Anforderungsprofile von DR erfordern höhere Energiemengen als bei DC, was für energiebegrenzte Anlagen wie Speicher eine Herausforderung darstellt. Zusammen mit der Reaktionszeit von 10 Sekunden ist der Dienst besonders für Anlagen geeignet, die bislang klassische Frequenzregelungsdienste erbracht haben.
Was ist Dynamic Moderation?
Dynamic Moderation (DM) wurde entwickelt, um große Ungleichgewichte innerhalb des Betriebsbereichs abzufangen. Wie DC ist dies ein schneller Dienst. Im Unterschied zu DC, das als Post-Fehler-Dienst Frequenzabweichungen nach ihrem Auftreten ausgleicht, greift DM ein, bevor die Frequenz den zulässigen Bereich verlässt. DM ist also, genau wie DR, ein Prä-Fehler-Mechanismus. Bewegt sich die Frequenz an den Rand des Betriebsbereichs, greifen die Anbieter schnell ein. Mit einer Reaktionszeit von 1 Sekunde und der Anforderung eines 30-minütigen Dauerbetriebs ist DM besonders für Batterien geeignet.
Was Sie sonst noch wissen sollten
Dynamic Regulation und Dynamic Moderation sollen bereits ab Januar 2022 eingeführt werden.
Im Gegensatz zu DC räumt NGESO jedoch ab November Zeit für Tests und die Einbindung neuer Teilnehmer ein, damit sich Anlagen besser anpassen und einarbeiten können.
DR und DM ermöglichen die Teilnahme sowohl für BM- als auch für Nicht-BM-Anbieter. Die Datenübermittlung muss mit 1 Hz erfolgen – entweder über den BM oder über eine Echtzeitmessung (Nicht-BM).
Beide Dienste werden durch Day-Ahead-Auktionen im Pay-as-Clear-Verfahren vergeben.
NGESO hat noch nicht entschieden, ob diese Verträge für EFA-Blöcke gelten werden (wie bei DC).

Natürlich sind noch zahlreiche Tests, Prognosen und Abstimmungen notwendig, bevor diese Änderungen umgesetzt werden können. Dennoch wurden sowohl DR als auch DM entwickelt, um einen spezifischen Bedarf zu decken. Ihre Einführung soll dem ESO helfen, ein umfassendes Angebot an Ausgleichsdiensten für das sich wandelnde System zu schaffen und damit den Wettbewerb im Markt zu fördern.






