17 December 2025

Deutschlands Fundamentaldaten-Risiko: Was 50 % geringeres Nachfragewachstum für Batterien bedeutet

Deutschlands Fundamentaldaten-Risiko: Was 50 % geringeres Nachfragewachstum für Batterien bedeutet

Deutschlands Stromnachfrage soll bis 2040 um 70 % steigen, um die Klimaziele zu erreichen. Dafür muss ein Jahrzehnt des Rückgangs umgekehrt werden.

Wenn das prognostizierte jährliche Nachfragewachstum von 4 % auf 2 % halbiert wird, sinken – bei sonst gleichen Bedingungen – die durchschnittlichen täglichen Preisspreads bis 2030 um 10 %. Die tägliche Volatilität nimmt um 7 % ab.

Für Batteriespeicher (BESS) verkleinert eine geringere Nachfrage das Arbitragefenster, auf das sich Händlererlöse stützen. Die durchschnittlichen jährlichen Day-Ahead-Erlöse sinken bei halbiertem Nachfragewachstum über fünf Jahre um 4.500 €/MW/Jahr.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Autorin – cosima@modoenergy.com

Diese Analyse:

  • Zeigt die Annahmen hinter der zentralen Nachfrageprognose von Modo Energy auf
  • Identifiziert Indikatoren, die auf ein geringeres Nachfragewachstum hindeuten würden
  • Quantifiziert, wie zwei alternative Nachfrageszenarien Preise und Erlöse beeinflussen

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zu Ertragsrisiken und fundamentalen Sensitivitäten:


Zentralszenario setzt erfolgreiche Energiewende voraus

Das Zentralszenario von Modo Energy basiert auf dem 10-Jahres-Netzentwicklungsplan von Entso-e. Es prognostiziert ein jährliches Nachfragewachstum von 4 % bis 2040. Die Nachfrage steigt von 2026 bis 2040 um das 1,7-Fache. Voraussetzung ist, dass die Energiewende wie geplant verläuft.

Deutschland strebt Klimaneutralität bis 2045 an.

Verkehr, Industrie und Heizungen in Haushalten verursachen jeweils 40 %, 25 % und 22 % der Emissionen. Um zu dekarbonisieren, müssen diese Sektoren elektrifiziert werden.

Vier Treiber liegen der Prognose zugrunde:

Treiber Heute Ziel 2030 Jährliche Zubauten nötig
E-Autos 2,1 Millionen (4–5 TWh) 15 Millionen (35–40 TWh) 2,6 Millionen pro Jahr
Wärmepumpen 1,7 Millionen (5–6 TWh) 6 Millionen (18–20 TWh) 0,9 Millionen pro Jahr
Elektrolyseure 0,1 GW (<0 TWh) 10 GW (60–80 TWh) 2 GW pro Jahr
Rechenzentren 20 TWh 30–35 TWh 10–15 TWh insgesamt

Bleibt einer dieser Treiber hinter den Erwartungen zurück, verlangsamt sich das Nachfragewachstum.

Nachfrage ist in den letzten 10 Jahren um 12 % gesunken

Die Elektrifizierungsziele erfordern die Umkehr eines zehnjährigen Trends sinkender Nachfrage.

Die industrielle Rezession war ein Haupttreiber des Rückgangs. Energieintensive Hersteller haben ihre Produktion reduziert oder verlagert. Die deutschen Industriestrompreise lagen 2024 um 25 % über dem EU-Durchschnitt.

Effizienzsteigerungen haben zudem das Wachstum durch Elektrifizierung absorbiert und sich seit 2000 jährlich um 1,9 % verbessert. Die COVID-19-Pandemie und die Gaskrise 2022 führten zu einmaligen Rückgängen, die nie vollständig aufgeholt wurden.

Ab 2026 wird ein subventionierter Industriestrompreis die Großhandelskosten um bis zu 50 % senken, mit einem Mindestpreis von 50 €/MWh. Die Politik soll den industriellen Rückgang ausgleichen und die Elektrifizierung fördern. Da die Maßnahme nur drei Jahre läuft, ist ihr Wert für langfristige Investitionen begrenzt.

Aktuelle Ausbaugeschwindigkeit reicht nicht für die Elektrifizierungsziele 2030

Die Elektrifizierung ist in den letzten zwei Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Die drei Haupttreiber liegen hinter dem Zeitplan:

Treiber Aktuelle Rate Erforderliche Rate Erforderlicher Faktor
E-Autos 500.000/Jahr 2,6 Mio./Jahr
Wärmepumpen 280.000/Jahr 900.000/Jahr
Elektrolyseure <0,1 GW in Betrieb 2 GW/Jahr 20×

Politische Maßnahmen haben die Lücke nicht geschlossen.

​​Die E-Auto-Verkäufe sind 2024 nach Auslaufen der Förderungen um 27 % eingebrochen. Ein neues, 2025 angekündigtes 3-Milliarden-Euro-Programm schließt den Massenmarkt aus. 2025 stiegen die Verkäufe wieder auf 500.000, liegen aber immer noch 5-mal unter den nötigen 2,6 Millionen pro Jahr.

Die Wärmepumpen-Verkäufe sanken 2024 um 50 %, stiegen aber 2025 wieder auf etwa 280.000. Förderungen von bis zu 70 % sind weiterhin verfügbar, aber politische Unsicherheit und Engpässe bei Installateuren bremsen den Ausbau.

Förderprogramme für Elektrolyseure aus der nationalen Wasserstoffstrategie sind noch nicht gestartet. Kürzungen im Haushalt 2025 haben die Mittel weiter reduziert.

​Obwohl die Ausbaugeschwindigkeit 2025 gestiegen ist, wird Deutschland bei der derzeitigen Entwicklung seine Elektrifizierungsziele für 2030 verfehlen.

​​

Wie geringere Nachfrage die durchschnittlichen Day-Ahead-Erlöse in fünf Jahren um 6 % senkt

Diese Analyse testet zwei alternative Nachfrageszenarien gegenüber der zentralen Prognose von Modo Energy mit 4 % durchschnittlichem jährlichen Wachstum (CAGR) von 2026 bis 2040:

  1. 50 % geringeres jährliches Wachstum (2 % CAGR)
  2. Nachfrage fällt bis 2030 auf das Niveau von 2026, simuliert Rezession oder beschleunigte Effizienzgewinne
Get full access to Modo Energy Research

Already a subscriber?