BESS im kommenden deutschen Kapazitätsmarkt: Was wir bisher wissen
BESS im kommenden deutschen Kapazitätsmarkt: Was wir bisher wissen
Jahrelang versprach die deutsche Regierung einen Kapazitätsmechanismus, ohne sich auf ein Design festzulegen. Die vorherige Koalition brachte mehrere Modelle ins Gespräch. Politische Signale deuteten dann darauf hin, dass die neue Regierung ein zentralisiertes Auktionssystem wie in Großbritannien oder Belgien bevorzugt, statt dem dezentralen Resource Adequacy-Ansatz Kaliforniens.
Letzte Woche bestätigte die Regierung ihre Entscheidung. Ein Non-Paper des Energieministeriums, das letzte Woche vom Minister bestätigt wurde, zeigt: Deutschland hat die Zustimmung der Europäischen Kommission für einen konkreten Zeitplan erhalten: erste zentrale Auktionen 2026, Kapazitätsbereitstellung ab 2031 und insgesamt 41 GW Beschaffungsvolumen, aufgeteilt auf drei Auktionstranchen.
Wie in anderen europäischen Ländern wie Spanien ist der Bedarf an einem Kapazitätsmarkt in den letzten Jahren gestiegen. Die Regierung verpflichtete sich zum Bau neuer Gaskraftwerke, um Dunkelflaute-Phasen (geringe Wind- und Solarproduktion) während des Kohleausstiegs abzusichern. Die EU drängte hingegen auf technologieneutrale Auktionen.
Als Kompromiss hat die EU nun einen Auktionsfahrplan genehmigt – teils gas-spezifisch, teils technologieneutral –, um die Lücke bis zum vollständigen Kapazitätsmarkt ab 2032 zu schließen. In einigen Auktionen treten Batterien nun direkt gegen Gaskraftwerke, grenzüberschreitende Importe und bestehende Kapazitäten an. Deutschlands Kapazitätsmarkt könnte in diesem Jahrzehnt der größte Europas werden. Energiespeicher können auf 31 GW der 41 GW in den Übergangsauktionen zugreifen, doch die Wettbewerbsfähigkeit hängt von noch nicht definierten De-Rating-Faktoren ab.
Batterien erzielen bereits heute positive Merchant-Renditen ohne langfristige Verträge. Kapazitätsmärkte könnten die Preisspitzen senken, die bisher die Batterieerlöse bestimmen. Aber gesicherte, langfristige Einnahmen verbessern die Projektfinanzierung und Kreditkonditionen – in Großbritannien machten Kapazitätsmärkte 2025 rund 10 % der BESS-Einnahmen aus, bis Q4 steigend auf 15 %. Dies könnte ein entscheidender Vorteil sein, angesichts der Finanzierungsherausforderungen durch die Netzentgeltreform 2029 in Deutschland.
Für weitere Informationen zu diesem Thema kontaktieren Sie den Autor – till@modoenergy.com
Wichtige Erkenntnisse
Already a subscriber?
Log in






